Salzburg sieht zu, Sotschi spielt

Redaktion
26. Juli 2007, 14:05
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  • Ein Bild des Jammers: Gusenbauer, Schaden, Burgstaller.
    foto: apa/techt

    Ein Bild des Jammers: Gusenbauer, Schaden, Burgstaller.

Salzburg blieb schon im ersten Wahlgang auf der Strecke, es war das dritte Scheitern, ein vierter Anlauf gilt als unwahrscheinlich

Guatemala-Stadt - Die XXII. Olympischen Winterspiele werden 2014 in Sotschi stattfinden. Die Delegierten stimmten bei der Generalversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Mittwochabend in Guatemala-Stadt in der Stichwahl mehrheitlich für den russischen Kandidaten, der sich zum ersten Mal beworben hatte. Die als Favorit gehandelte Bewerbung des südkoreanischen Pyeongchang musste sich geschlagen geben. Salzburg war schon im ersten Wahlgang ausgeschieden.

Acht Milliarden werden investiert

Sotschi galt in den vergangenen Wochen bei den Buchmachern zwar als Außenseiter, wurde aber wiederholt auch als Geheimfavorit genannt. Russlands Präsident Wladimir Putin, der an der abschließenden Präsentation in Guatemala mitwirkte, will die Schwarzmeer-Stadt zu einem ganzjährigen Sportzentrum entwickeln. Staat und Privatwirtschaft pumpen daher fast 8,8 Milliarden Euro in die Infrastruktur der Region. Für die Winterspiele müssen nun noch alle Sportstätten errichtet werden.

Entscheidung kurz nach ein Uhr

Der Gewinner wurde von IOC-Präsident Jacques Rogge in der Nacht auf Donnerstag kurz nach ein Uhr früh bekannt gegeben. Salzburg konnte im ersten Wahlgang nur 25 Stimmen auf sich vereinigen. In der Stichwahl setzte sich Sotschi mit 51:47 gegen Pyeongchang durch. Im ersten Wahlgang hatten die Südkoreaner noch mit 36:34 Stimmen knapp die Nase vorne gehabt.

97 von 106 im Gran Salon des Hotels Camino Real anwesenden IOC-Mitgliedern waren im ersten Wahlgang stimmberechtigt, Mitglieder aus den Bewerberländern mussten untätig bleiben.

Drittes Scheitern

Die Salzburger sind zum dritten Mal leer ausgegangen. In einer innerösterreichischen Qualifikation hatte man im Rennen um die Spiele 2006 gegen Kärnten den kürzeren gezogen, bei der Wahl für 2010 gegen Vancouver und Pyeongchan) nichts zu melden. Die Spitzen der Delegation – Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, Bürgermeister Heinz Schaden und ÖOC-Chef Leo Wallner – konnten ihre Enttäuschung kaum verhehlen.

"Keine Bewerbung, sondern eine Auktion"

Schon vor der Vergabe hatte Gusenbauer von einer "fundamentalen Entscheidung" gesprochen. IOC-Mitglieder hätten ihm gesagt, sie hätten den Eindruck, "dass dies keine Bewerbung, sondern eine Auktion sei". Im Gegensatz zu beiden Kontrahenten hätte Salzburg die meisten Wettkampfstätten nicht neu bauen müssen. Gusenbauer: "Die Welt benötigt nicht noch mehr olympische Ruinen."

Der Mangel der "sehr engen Kalkulation"

Über eine neuerliche Bewerbung um Winterspiele wollte in den ersten Stellungnahmen niemand etwas sagen, tendenziell konnte man aber heraushören, dass dies wohl kein Thema mehr sein dürfte. ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth etwa meinte: "Man muss das erst analysieren. Aber es stellt sich die Frage, ob das dann nicht eine Schuhnummer zu groß ist."

Salzburg hatte Mühe gehabt, überhaupt seinen Spar-Etat mit Investitionen von 2,1 Milliarden US-Dollar aufzustellen. Südkorea gab mehr als sieben Milliarden an, Sotschi fast neun Milliarden. Der IOC-Prüfbericht bemängelte bei Salzburg die "sehr enge Kalkulation". In der Süddeutschen Zeitung wurde Salzburg als "letzter Mohikaner einer anderen Zeit" bezeichnet, vergebliche Unterstützung kam am Ende noch vom mächtigen US-TV-Sender NBC. Die Fernsehverträge für 2014 und 2016 wurden noch nicht fixiert, und im Falle eines Votums für Sotschi oder Pyeongchang drohte NBC mit einem Abzug von 500 Millionen Dollar vom geplanten Preis. Wovon sich die hohen Olympier am Ende auch nicht beeindrucken ließen.

Noch am Tag der Vergabe hatte der Norweger Gerhard Heiberg seine Korruptionsvorwürfe revidiert. Er sei falsch zitiert worden, erklärte das Mitglied des IOC-Exekutivkomitees nach der Eröffnungsfeier der 119. Vollversammlung. "Ich habe nicht von Korruption gesprochen, sondern nur gesagt, dass zu viel Geld im Spiel ist und ausgegeben wird." Heiberg war vom norwegischen Rundfunk NRK mit den Worten zitiert worden, es habe seitens der Bewerberstädte Salzburg, Sotschi und Pyeongchang Bestechung und Korruption, Geschenke und Einladungen gegeben.

Putins Faux-Pas

Tatsächlich hatte die IOC-Ethik-Kommission selbst Russlands Präsidenten Wladimir Putin ermahnt. Der Kreml-Chef hatte Funktionäre in eine Villa bestellen wollen, freilich sind Gespräche mit IOC-Mitgliedern nur im IOC-Hotel erlaubt. Sotschi erhoffte sich von Putin ähnliche Unterstützung, wie sie der britische Ex-Premier Tony Blair bei der Vergabe der Sommerspiele 2012 an London gebracht haben soll. (APA, sid, fri, DER STANDARD Printausgabe 5. Juli 2007)

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Typisch österreichische Trotzreaktion

Verlieren wir einen Bewerb, sind grundsätzlich immer die Bewerter oder die Bedingungen schuld.

Das Eingeständnis, daß vielleicht Sotschi mit den russischen Milliardensponsoren der Energie- und Rohstoffbranche im Hintergrund dafür besser aufgestellt ist, ein derartiges Großevent durchzuführen, als Salzburg mit seiner räumlich beschränkten Verkehrs- und Infrastruktur wäre angebracht.
Salzburg hat unbestritten andere Qualitäten: Kultur- und Mozartstadt von Weltrang !

hier das korrekte zitat von gusenbauer

"My name is Gusebauer, Alfred Gusenbauer. Do not worry! Putin is the spy. I only lie."

Das Österreich mit der Fussball EM überfordert ist, dafür gibt es täglich neue Belege. Die Präsentation war bieder und proviziell. Mehr als verständlich, dass sich das IOC gegen Salzburg ausgesprochen hat.

Vielleicht liegt alles am Schnee der doch in Österreich nicht mehr mit Garantie kommt...

da kann man froh sein,


die salzburger hätten die olympiade auf landlaufskiern in mozartkostümen eröffnet und die olympischen ringe wären mozartkugeln gewesen.

eine recht knappe Enstcheidung.

erst 34:36:30, dann 51:47

hat der Putin mehr und besser schmieren lassen ?

Erster Wahlgang:

34:36:25

I am Gusenbaouer. Auolfreid Gusenbaouer.

viel arbeit wurde wohl reingesteckt,

aber es ist ja nicht so, dass der modus nicht bekannt gewesen wäre und es war ja auch nicht so, dass ein einmaliges scheitern automatisch den zuschlag beim nächsten versuch nach sich zieht.
also: salzburg hat verloren, vielleicht ist das schade - vielleicht auch nicht, aber das nachweinen und -raunzen macht wirklich keinen großen sinn, es war auch nicht wirklich knapp.
und wenn die arbeit, die investiert wurde, wirklich so gut gemacht war, wie uns gestern nacht alle in den interviews bestätigt haben, werden sich sicher für stadt und land einige nutzen ziehen lassen, die nicht unbedingt olympische spiele erfordern.
also: bleiben wir fairer verlierer, auch wenn es vielleicht momentan weh tut.

Dass ein Kaff wie Sotschi solche Spiele benötigt,

um bekannt zu werden und deshalb investiert, versteh ich.

Aber Salzburg? Was sollte der Added Value dieses Spektakels sein?
- noch mehr Verkehr?
- noch ein paar Touristen mehr?
- noch a bissl Beton?

Kaff ?

Erzaehlen Sie mal den Leuten im Ausland, was Zell am See & Co ist. Kennt keiner. "Wo du gewesen bist ? Zell am See ich war. EEEE ? Salzburga ! OOO! Fantastischno!"

Und Salzburg ist wirklich kein Wintersportort, eher Mozart-Stadt. Und Mozart war ja bekanntlich nie ein Oesterreicher...

Mozart war ja bekanntlich nie ein Oesterreicher...

stimmt, er war salzburger

die olympiade wäre ja nicht nur in salzburg gewesen sondern auch in anderen orten und die benötigen neue infrastruktur im konkurrenzkampf im tourismus!

und werbung benötigt man mindestens genauso dringend!

Das Gejammer ist unerträglich !und hochnotpeinlich

Wenn das alles soooo knapp gewesen WÄRE, wäre man wohl nicht im 1. Wahlgang mit Pauken und Trompeten rausgeflogen. Aber diesen Typen fehlt jegliche Fähigkeit zur Selbstkritik....

"Mich hat geträumt vom Kaukasus"


Jetzt weiß ich endlich was der gute Bruno S. in dem Herzog Film (Stroszek?) geträumt hat.
Hat mir lange beschäftigt..

Sehr kommuniziert haben sie es ja nicht

Habe bis gestern gar nicht gewusst, dass sich Salzburg beworben hat.

Fernseher habe ich keinen, Radio höre ich nicht.

wohl auch nicht sehr

interessiert, wenn Sie das bis gestern nicht wussten ;-)

Kein Fernseher, kein Radio ...

und anscheinend lesen Sie auch keine Zeitungen!

Aber Hauptsache im Internet!!!


..aber brav die Rundfunkgebühren zahlen - das hamma scho gern!

;-)

Sotschi hat mehr Sex-Appeal,

Salzburg war zu bieder.

Naja, ...

... wenn man es so sieht: Sotschi ist infrastrukturmäßig völlig nackt. Und Nacktheit kann man sozusagen mit Sex-Appeal gleichsetzen. ;-)))

Ich find 's schade.

Mir wäre es lieber gewesen zu sehen, dass Menschen bei uns auch Lebende feiern können.

hahaha!

keine o-games! die erste gute politische nachricht seit monaten...

mich interessiert es brennend, wie gross die schuld unserer gedopten "naturburschen" ist, dass salzburg den zuschlag nicht erhalten hat!

hat bestimmt eine grosse rolle gespielt!

geruechten zufolge sollen die milliarden der gazprom fast genauso wichtig gewesen sein, wie die blutbeutel v. rottmann und perner.

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