Erdwall aus der Bronzezeit in Westengland freigelegt

12. Juli 2007, 13:39
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Die Pflasterung mit gebrannten Steinen ist für die Epoche bislang einmalig und lässt eine rituelle Bedeutung vermuten

London - Britische Archäologen haben im Westen Englands einen 60 Meter langen schlangenförmigen Erdwall aus der Bronzezeit freigelegt. Dieser ist mit gebrannten Steinen gepflastert, was für diese Epoche vor rund 4.000 Jahren bislang einmalig ist, wie Keith Ray vom archäologischen Amt der Grafschaft Herefordshire am Mittwoch erläuterte. Die besondere Beschaffenheit des "Rotherwas Ribbon" lässt demnach auf eine rituelle Bedeutung schließen.

So genannte Brandsteine sind an Ausgrabungsstätten in Nordeuropa immer wieder zu finden. Es handelt sich brüchiges Gestein, was auf einen Prozess wiederholter Erhitzung und rapider Abkühlung zurückgeführt wird. Bislang wurde vermutet, dass solche Steine in der Bronzezeit vor allem zum Kochen verwendet wurden. Sie wurden im Feuer erhitzt und dann in Wasser geworfen, um dieses zu erwärmen. Archäologen sprechen denn auch von Küchenabfall aus der Bronzezeit.

Dekoration

Am "Rotherwas Ribbon" dienen die Steine jedoch eindeutig zur Pflasterung beziehungsweise zur Dekoration, wie Ray erläuterte. Eine solche Verwendung war bislang nicht bekannt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich hier um eine rituelle Stätte handelt, ist laut Ray sehr groß. So wurden in der Nähe auch eingeäscherte Überreste von Menschen gefunden.

Die Entdeckung stellt die bisherige Theorie von gebrannten Steinen als Küchenabfall aber nicht unbedingt in Frage, wie Henry Chapman von der Universität Birmingham betonte. Die Menschen in der Bronzezeit hätten aus vielen Aspekten des täglichen Lebens ein Ritual gemacht. Andererseits sei es damals üblich gewesen, den Toten Alltagsgegenstände mit auf den letzten Weg zu geben. (APA/AP)

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