"Salzburg will rock You in 2014"

5. Juli 2007, 00:43
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Mozartstadt präsentie­rte sich lebendig und sympathisch - Gusen­bauer trat in James-Bond-Manier auf - Sotschi-Präsentation perfekt inszeniert aber etwas steif

Guatemala-Stadt - Salzburg 2014 hat am Mittwochvormittag (Ortszeit) vor dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Guatemala-Stadt eine ausgesprochen lebendige, dynamische und sehr sympathische einstündige Präsentation abgeliefert. Die Verbundenheit der Region mit dem Wintersport wurde hervorgehoben, auch die Stärken der Bewerbung wurden betont.

Aus der Vergangenheit gelernt

"Wir haben aus der vergangenen Bewerbung gelernt", meinte ÖOC-Präsident Leo Wallner zum Beginn der Präsentation. Salzburgs Konzept bringe genau das, was die Olympische Bewegung nun brauche. Er habe noch nie um Unterstützung gebeten, aber heute mache er es.

Danach wurden Franz Klammers dramatischer Siegeslauf bei den Olympischen Winterspielen 1976 und die jubelnden Menschen gezeigt. "Ich liebe es, dieses Video zu sehen", begann Klammer dann seine Rede. Toni Sailer habe ihn und die ganze damalige Generation zum Sport gebracht, und genau das gleiche solle mit den Spielen 2014 in Österreich nochmals erfolgen.

"Wir haben seit 20 Jahren für dieses Projekt gearbeitet, indem acht der elf Sportstätten errichtet, der Flughafen erweitert und die Verkehrswege verbessert wurden, die Sportstätten seien Weltklasse, sagte Salzburgs Bürgermeister und Bewerbungspräsident Heinz Schaden. Und diese seien bereits bei Bewerben erprobt worden. "Wir müssen nicht mehr darauf achten, wir können uns mehr um die Jugend, die Zuschauer kümmern." Zuletzt ging er noch auf die Meinungsumfragen ein. Diese seien erfolgt, als Salzburg um die Finanzen verhandelte. Nun seien aber über 80 Prozent der Menschen für die Spiele.

Salzburg sei bestens vorbereitet, etwa im Bereich des Verkehrs, betonte Bewerbungsdirektor Gernot Leitner. Es habe noch nie ein so kompaktes Konzept gegeben. Alle Sportstätten würden auch nach den Spielen genutzt, "wir errichten keine weißen Elefanten".

"Wir haben die olympische Atmosphäre in Salzburg", sagte Snowboarderin Manuela Riegler. Jüngste Umfragen würden zeigen, dass die Athleten die Spiele in Salzburg wollen. Der Sport lebe von einer großen, begeisterten Menge, wie es sie in Salzburg gebe.

"Silikon Valley" der Ski-Industrie

Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller sagte, dass jeder Besucher die einmalige Atmosphäre Salzburgs spüren könne. Salzburg sei aber nicht nur eine historische Kulturstadt, sondern auch das "Silikon Valley" der Ski-Industrie und auch die Heimat des Snowboardens. Burgstaller ging dann auch auf die Jugend ein, auf die Salzburg besonders setze: 40 Millionen junge Menschen könnten in Tagesreisen nach Salzburg kommen, und man werde besondere Tickets für diese jungen Menschen auflegen, damit die Spiele eine besonderen Geist bekommen könnten.

In einem sehr bewegenden Film wurde dann besonders auf die Jugend eingegangen. "Salzburg will rock You in 2014", sagte dabei ein Sängerknabe nach dem gelungen Film.

"Es geht nicht nur um die Stadt und uns, es geht um die Zukunft des Wintersports und der Olympischen Bewegung. Heute gehe es um die Frage, welche Stadt ist die beste für die Olympische Bewegung", sagte Schaden.

"Mein Name ist Gusenbauer..."

"Mein Name ist Gusenbauer. Alfred Gusenbauer", stellte sich der Bundeskanzler in James-Bond-Manier vor. Er begrüßte dann zunächst die Gastgeber in Spanisch, ehe er sich dem Thema Sicherheit zuwandte. Er betonte, dass Österreich laut Internationalem Institut für Management das sicherste Land der Welt sei. Österreich sei einer der drei Sitze der UNO. Danach ging er auch auf die Doping-Problematik ein. "Wir wollen diesen Krebs ausrotten." Schließlich betonte er erneut, "Wintersport ist unsere DNA."

Im Vergleich zur Bewerbung vor vier Jahren wurde in den Filmen deutlich mehr Augenmerk auf den Sport gelenkt, die Kultur und die landschaftliche Schönheit kamen aber dennoch nicht zu kurz. Wiederholt wurde auch auf die große Erfahrung bei der Austragung von sportlichen Großereignissen hingewiesen.

Als erster Bewerber war Sotschi an der Reihe gewesen. Die Präsentation wirkte allerdings steif, wie aus den achtziger Jahren und beschränkte sich im Wesentlichen auf eine Aufzählung, was die Schwarzmeermetropole alles zu bieten hat.

Wie in einem touristischen Werbefilm wurde über die Region, die Schönheit der Landschaft und das Konzept mit seiner Kompaktheit geschwärmt. Im Vergleich zu den Salzburgern, die wirklich einladend wirkten, war Sotschi zwar perfekt inszeniert aber ohne Menschlichkeit. Russlands Staatspräsident Wladimir Putin reiste laut Angaben der Russen direkt nach der Präsentation ab. Als letzter der drei Bewerber präsentierte sich Pyeongchang/Südkorea. (APA)

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