Höchste Lebenserwartung bei spanischen und französischen Frauen

11. August 2000, 18:07

Dank Zuwanderung leichter Zuwachs in österreichischer Bevölkerung

Brüssel - Die österreichische Bevölkerung hat im vergangenen Jahr nur dank der Zuwanderung geringfügig zugenommen. Sie stieg nach Angaben des Statistischen Amtes der Europäischen Union, Eurostat, und des Europarats zwischen 1. Jänner 1999 und 1. Jänner 2000 von 8.082 Millionen Menschen auf 8.091 Millionen Menschen. Ohne die Zuwanderung hätte Österreich einen leichten Rückgang verzeichnet, da mehr Sterbefälle (78.200) als Lebendgeburten (78.100) verzeichnet wurden, wie aus der am Freitag veröffentlichten Übersicht über die Bevölkerungsentwicklung in der EU und 31 anderen europäischen Ländern hervorgeht.

Ein ähnlicher Trend ließ sich auch EU-weit feststellen. Gegenüber dem Vorjahr wurde 1999 in den fünfzehn Mitgliedstaaten vor allem auf Grund der Zuwanderung ein Anstieg der Bevölkerung um insgesamt 989.200 Personen auf 375.967 Millionen Menschen erhoben. Dies entspricht einer Zunahme um 2,6 Prozent.

Weniger Geburten

Die Zahl der Kinder pro Frau sank in Österreich insgesamt gegenüber 1998 von 1,34 auf 1,30. Dagegen stieg der Anteil der unehelich geborenen Kinder von 29,5 auf 30,5 je 100 Lebendgeburten. Über die Hälfte aller Geburten waren in Schweden, Estland, Island und Norwegen und über 40 Prozent in Dänemark und Frankreich nicht ehelich, in den Südländern kam es zu den wenigsten nicht ehelichen Geburten.

Als "Heiratsmuffel" zeigten sich die ÖsterreicherInnen. Nur 39.5 Eheschließungen auf 1.000 Einwohner wurden 1999 gezählt. Dem standen 17,9 Ehescheidungen im gleichen Zeitraum gegenüber. Als wesentlich heiratsfreudiger erwiesen sich NiederländerInnen, SpanierInnen und GriechInnen.

Höchste Lebenserwartung bei spanischen und französischen Frauen

Die Lebenserwartung in der EU bleibt anhaltend hoch. In Österreich lag sie 1999 mit 74,4 Jahren für Männer und 80,9 Jahren bei Frauen im EU-Vergleich am oberen Ende der Skala. Die höchste Lebenserwartung haben derzeit die spanischen und französischen Frauen mit einem Durchschnittsalter von 82,5 und 82,5 Jahren, während britische, portugiesische und dänische Frauen im Schnitt nur zwischen 78 und 79 Jahren alt werden. Außerhalb der EU werden die Schweizerinnen am ältesten.

Männer leben weiterhin im Schnitt sechs bis vier Jahre kürzer als Frauen. Während Österreicher im Schnitt 74,4 Jahre alt werden, erreicht die Mehrheit der Portugiesen nur gerade das 71. Lebensjahr. Schweden und Spanier erreichen das höchste Alter in der EU, außerhalb lagen die Isländer an der Spitze. Weiterhin sinkend ist die Sterberate von Säuglingen in der EU mit fünf auf 1.000 Lebendgeburten.

In zahlreichen Ländern Mittel- und Osteuropas hält der Trend zur schrumpfenden Bevölkerung ebenfalls an. Am stärksten ging das Bevölkerungswachstum in der Ukraine (0,8 Prozent) und der russischen Föderation, Ungarn und Bulgarien (0,5 Prozent) im untersuchten Zeitraum zurück. (APA)

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