Grotesker Streit um steirische "Regionale"

16. Juli 2007, 12:28
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Beirat pocht auf Einhaltung des Konzepts

Graz - Die vom steirischen Kulturlandesrat Kurt Flecker (SP) ins Leben gerufene Regionale sorgt weiter für Zwist: Die in Wien lebende ORF-Journalistin Regina Strassegger droht mit rechtlichen Schritten, sollten ihre intensiven Vorarbeiten für das Projekt Diwan nicht abgegolten werden.

Strassegger beschäftigt sich schon seit Jahren mit dem Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall. Von Ex-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (VP) bekam sie eine 35.000-Euro-Subvention für ein Buch über Hammer-Purgstall und den Islam, zu dem Christine de Grancy die Fotos beisteuerte. Doch das Buch erschien nicht: Es sollte Teil eines großen Projektes werden, in dessen Zentrum das Hammer-Purgstall-Schloss Hainfeld bei Feldbach als Begegnungsstätte stand.

Strassegger formierte ein Team (u. a. mit dem Wissenschafter Hannes Galter und dem Designer Alexander Kada), und dieses erhielt weitere 26.000 Euro für die Projektentwicklung. Doch die Politik verweigerte das Okay für die Realisierung: Dem vornehmlich Grazer Team wurde geraten, sich für die Regionale zu bewerben. Strassegger wollte sich aber keinem Intendanten unterwerfen. Zudem erachtete sie den Zeithorizont (die Regionale startet im Mai 2008) als zu nahe.

Das Restteam reichte dennoch ein modifiziertes Konzept ein (in dem Strasseggers Name nicht einmal erwähnt wird) und gewann die Ausschreibung. Auf bisherige Vorschläge Strasseggers, das Problem zu lösen, ging das Team nicht ein. Alexander Kada: "Ihr Anteil am Konzept wird evaluiert. Dann werden wir sehen, ob Strassegger Geld zusteht. Sie versucht, sich mit Gewalt ins Projekt hinein zu reklamieren, nachdem sie sich selbst herausgenommen hatte. Ich sehe das gelassen."

Aber schon droht das nächste Problem: Der Landeskulturbeirat wies in einer Aussendung darauf hin, dass im Regionale-Grundkonzept vom "künstlerischen Potenzial einer Region" die Rede ist (das im Diwan-Projekt kaum eine Rolle spielt). Der Beirat geht nun davon aus, dass der in Wien lebende Intendant Dieter Spath den Intentionen folgen und mit den Künstlern und Kulturinitiativen der Region zusammenarbeiten wird. Als Veranstaltungsorte schweben dem Intendanten zumindest Buschenschänken vor. (Thomas Trenkler / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.7.2007)

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