Venus Williams zu gut für Scharapowa

9. Juli 2007, 14:36
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Nach glattem Zweisatz­sieg wartet im Viertel­finale Kusnezowa - Henin und Bartoli schon im Halbfinale - Peya im Doppel-Achtelfinale

London - Die Weltranglisten-Zweite Maria Scharapowa hat das Duell der Wimbledon-Siegerinnen gegen Venus Williams glatt verloren. Im Achtelfinale der All England Championships unterlag die Titelträgerin von 2004 am Mittwoch in London der Amerikanerin, die beim Grand-Slam-Tennisturnier 2000, 2001 und 2005 triumphiert hat, glatt mit 1:6,3:6. Im Viertelfinale trifft die ältere der beiden Williams-Schwestern mit der Bezwingerin der Österreicherin Tamira Paszek, Swetlana Kusnetzowa, wieder auf eine Russin. Die belgische Weltranglisten-Erste Justine Henin ist ihrem ersten Wimbledon-Titel eine Schritt näher gekommen. Die sechsfache Grand-Slam-Siegerin gewann am Abend im Viertelfinale gegen Serena Williams mit 6:4,3:6,6:3 und trifft nun in der Vorschlussrunde auf die Französin Marion Bartoli, die sich zuvor gegen Michaella Krajicek ebenfalls in drei Sätzen mit 3:6,6:3,6:2 durchsetzte.

Die 20-jährige Scharapowa, die heuer wegen einer Schulterverletzung zwei Monate ausgefallen war, fand gegen die druckvoll spielende US-Amerikanerin nie ins Spiel. Die als Nummer 23 gesetzte Williams servierte mit bis zu 202 km/h und ließ mit einer beeindruckenden Leistung Erinnerungen an ihre drei Wimbledon-Siege wach werden. Zudem produzierte Scharapowa alleine im Auftaktsatz fünf Doppel- und zwölf unerzwungene Fehler.

Nach einer fast zweistündigen Regenunterbrechung beim Stand von 1:1 im zweiten Satz lieferten einander die beiden im dritten Game, das mehr als 20 Minuten dauerte und 13 mal Einstand brachte, einen sehenswerten Schlagabtausch. Scharapowa hielt ihren Aufschlag aber bis zum siebenten Spiel. Williams gelang dort das entscheidende Break und im Anschluss nützte die 26-Jährige bei eigenem Aufschlag ihren zweiten Matchball.

Henin gelang im elften Aufeinandertreffen mit der US-Amerikanerin der fünfte Sieg. Lediglich im zweiten Satz zeigte die 25-jährige French-Open-Siegerin Schwächen, den entscheidenden dritten diktierte die Belgierin dann mit gewohnt starkem Grundlinienspiel wieder. Den Auftaktsatz hielt Williams bis zum einzigen und entscheidenden Break zu Gunsten der Belgierin beim Stand von 4:4 offen.

Den anschließenden Durchgang gewann die 25-jährige US-Amerikanerin, die in London als Nummer 7 gesetzt war, nach einer Hawk-Eye-Entscheidung, die ein vermeintliches Ass der Belgierin im Out bestätigte. Henin zog dann aber im dritten Satz schnell auf 5:1 davon. Doch Williams kam nochmals auf 3:5 heran und führte bei Henins Service 30:15. Anders als im Finale von Key Biscayne wo sie bei 6:0, 5:4 zwei Matchbälle vergab und das Spiel noch verlor, behielt Henin diesmal aber die Nerven und verwertete nach 1:40 Stunden ihren zweiten Matchball.

Die 18-jährige Krajicek, deren Bruder Richard das Turnier im Jahr 1966 gewonnen hat, startete gegen Bartoli dominant und gewann der ersten Satz sicher. Bartoli, die bisher bei einem Grand Slam noch nie über das Achtelfinale hinausgekommen war, übernahm nach der mittlerweile schon üblichen Regenunterbrechung das Kommando und gewann die beiden folgenden Sätze klar.

Im zweiten Satz verlor die 22-jährige Französin, die beim Rasenklassiker an Position 18 gereiht ist, bei eigenem Aufschlag lediglich fünf Punkte. Im Entscheidungssatz nahm Bartoli dem niederländischen Teenager zweimal das Service ab und zog in ihr erstes Grand-Slam-Halbfinale ein.

Im rein französischen Herren-Achtelfinale setzte sich der an Position zwölf gereichte Richard Gasquet gegen den Qualifikanten Jo-Wilfried Tsonga sicher mit 6:4,6:3,6:4 durch. Im seinem ersten Grand-Slam-Viertelfinale tritt der Gasquet nun auf den US-Amerikaner Andy Roddick.

Der Österreicher Alexander Peya erreichte mit seinem deutschen Doppelpartner Christopher Kaas das Achtelfinale. Das Duo gewann in der zweiten Runde gegen Wayne Arthurs/Justin Gimelstob (AUS/USA) mit 6:2,6:4,7:5. In der Runde der letzten 16 treffen Peya/Kaas nun auf Marcelo Melo/Andre Sa.

Die Brasilianer hatten am Mittwoch mit 28:26 im fünften Satz gegen Paul Hanley/Kevin Ullyett (AUS/ZIM) die Oberhand behalten. Damit stellten die Südamerikaner betreffend Anzahl der gespielten Games in einem Herren-Doppel mit 102 Games nach 5:58 Stunden eine neue Bestmarke seit der Einführung des Tiebreaks 1973 auf. 54 Games sind zudem Rekord für einen Entscheidungssatz. (APA/dpa/Reuters)

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    Venus Williams verabschiedet Maria Scharapowa.

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