Frankreich: Departements zuständig

5. Juli 2007, 13:11
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Nach 2003 wurde die Alterspflege neu definiert

Frankreich kennt keine spezielle Pflegeversicherung. Dies hat historische Gründe, da der Staat umfassend für die soziale Sicherheit aufkommen soll. Die "sécurité sociale" deckt deshalb auch die Hauspflege ab. Im Prinzip zumindest, denn die Realität sieht manchmal anders aus. Sichtbar wurde dies im Hitzesommer 2003, als in ganz Frankreich 15.000 vorwiegend ältere Menschen starben. Dabei erwies sich, dass viele Senioren ganz einfach vergessen worden waren. Seither wurde die Alterspflege neu definiert. Für die damals schon bestehende "persönliche Autonomiebeihilfe" (APA) sind heute die Départements - etwa von der Größe österreichischer Bundesländer - zuständig. Sie finanzieren zu 65 Prozent, der Staat zahlt den Rest. Dieser dezentralisierte Ansatz soll eine individuellere Hilfe ermöglichen. Die Höhe der Beträge, die an die mindestens 60 Jahre alten Bedürftigen entrichtet werden, richten sich zwar nicht nach dem Einkommen, doch wird dieses bei der Festlegung der Höhe "in Betracht gezogen". (brae/DER STANDARD, Printausgabe, 5.7.2007)
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