Wrolich: "Es ist nicht zu spät"

27. Juli 2007, 08:11
3 Postings

Paco Wrolich sieht in dem "Selbstreinigungs­prozess" eine Chance, den Radsport zu retten, auch wenn es "länger dauert" - Interview

Wien - Peter Wrolich startet am Samstag in London im Team Gerolsteiner in seine vierte Tour de France. Der 33-jährige Kärntner spielt mit seiner Routine und seinem "Gspür" für Rennsituationen eine wichtige Rolle in dem Rennstall, der in Bernhard Kohl, Heinrich Haussler und Marcus Burghardt drei Debütanten und ein insgesamt junges Team nominiert hat.

Seinen Sport sieht Wrolich trotz der Doping-Problematik auf einem guten Weg. "Heuer war es sogar leichter, sich zu motivieren, weil man als Radprofi spürt, dass viel unternommen wird, damit es besser wird", erklärte er im APA-Gespräch.

Wie schwierig war es angesichts der ständigen Doping-Schlagzeilen sich für die Tour zu motivieren?
Wrolich: "Heuer war es sogar leichter, weil man als Radprofi spürt, dass viel unternommen wird, damit es besser wird. Wir sind auf einem guten Weg, gewisse Aktionen werden fruchten. Derzeit zahlen wir den Preis, sind groß im Gerede, aber dieser Selbstreinigungsprozess ist die große Chance, unseren Sport zu retten. Es ist nicht zu spät, die Fans sind noch immer interessiert."

Ihr Teamchef Hans-Michael Holczer sieht Teams aus Spanien und Italien noch nicht auf einer gemeinsamen Anti-Doping-Linie. Merken Sie etwas von Einigkeit unter den Fahrern?
Wrolich: "Der Großteil hat zu denken begonnen, wir müssen gemeinsam etwas unternehmen. Aber man kann nicht erwarten, dass von heute auf morgen plötzlich alle an einem Strang ziehen. Dieser Prozess wird länger dauern, über unsere Generation hinaus."

"Was werden Ihre Aufgaben bei Ihrer vierten Tour-Teilnahme sein?
Wrolich: "In meinen neun Profijahren habe ich immer die Arbeit erledigt, die mir auferlegt wurde. Ich soll für das Team da sein. Ich werde Bernhard Kohl in der ersten Woche in ähnlicher Form unterstützen wie früher Georg Totschnig und im Finale der Etappen auch den Sprintern helfen. Da haben wir mit Robert Förster und Heinrich Haussler zwei chancenreiche Fahrer."

Bedeutet das, dass Sie ihre eigenen Ziele völlig in den Hintergrund rücken?
Wrolich: "In erster Linie denke ich nicht an eigene Ziele. Es zahlt sich aus, Bernhard Kohl hundertprozentig zu unterstützen oder im Sprint einen gemeinsamen Zug aufzubauen. Aber ich werde nicht Nein sagen, wenn es sich ergibt, eine Situation mit einer Ausreißergruppe oder ein Loch im Sprint auszunützen. Ich habe ja schon bewiesen, dass ich das kann." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Es ist nicht zu spät, die Fans sind noch immer interessiert."

Share if you care.