SP Klagenfurt: Magere Zustimmung für Wiedenbauer bei Parteitag

5. Juli 2007, 19:12
24 Postings

61,74 Prozent - Wiedenbauer nahm Wahl an - SPÖ Klagenfurt vor der Zerreißprobe

Klagenfurt - Der Klagenfurter Vizebürgermeister Ewald Wiedenbauer ist Mittwochabend auf einem außerordentlichen Parteitag mit mageren 61,74 Prozent als SPÖ-Stadtparteichef wiedergewählt worden. Es war dies die zweite Wahl innerhalb von sieben Wochen, nachdem nach dem ersten Urnengang am 12. Mai schwere Manipulationsvorwürfe erhoben worden waren. Auf Wiedenbauer entfielen 71 der insgesamt 115 gültigen Stimmen. Bei der Wahl im Mai hatte er noch 93,75 Prozent erhalten.

Vor dem Wahlgang Mittwochabend hatte es noch unterschiedliche Angaben zum Verhalten Wiedenbauers nach Bekanntwerden der Manipulationsvorwürfe gegeben. Während der Parteichef versicherte, aus einem notariell beglaubigten Schreiben mit 22 Delegiertenunterschriften sei nicht erkennbar gewesen, dass es sich dabei um konkrete Manipulationsvorwürfe handle, wurde dies vom Chef der stärksten SPÖ-Stadtteilorganisation und "heimlichen mächtigen Mann" der Klagenfurter SPÖ, Gebhard Arbeiter, bestritten. Sowohl Wiedenbauer als auch in der Folge Landesparteichefin Gaby Schaunig seien sehr wohl in Kenntnis gesetzt worden, versicherte der LKH-Zentralbetriebsratsobmann.

Kein Rücktritt

Der in der Nacht auf Donnerstag mit nur 61,74 Prozent als SPÖ-Stadtparteichef wiedergewählte Klagenfurter Vizebürgermeister Ewald Wiedenbauer hat seinen Rücktritt vorerst ausgeschlossen. Er werde für kommende Woche den Bezirksparteiausschuss einberufen und wolle "dort bekunden, dass ich die Partei weiterführen will", sagte er nach der Wahl vor Journalisten.

Den Hauptgrund für sein schlechtes Abschneiden sieht Wiedenbauer in dem Umstand, dass man ihm eine Mitschuld an der angeblichen Wahlmanipulation am ordentlichen Parteitag vom 12. Mai gegeben hätte. Deshalb sei es jetzt dringend erforderlich, dass der Spruch des Parteischiedsgerichtes vorliege und das Gegenteil beweise. "Dann wird sich zeigen, dass kein Zusammenhang zwischen mir und Wahlmanipulationen besteht", betonte der SPÖ-Politiker.

Seine Aufgabe sehe er jetzt darin, "die Krise in der Partei zu bewältigen" und zu versuchen, die beiden Lager wieder zusammenzuführen. Immerhin habe es ja von inhaltlicher Seite her keine Kritik an ihm gegeben. "Die Klagenfurter SPÖ muss wieder zurückfinden in die Zeit vor dem 12. Mai", betonte Wiedenbauer. Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass auch bei seiner Parteiübernahme 1997 die Klagenfurter SPÖ in mehrere Lager "zerfallen" gewesen sei. (APA)

Share if you care.