Immobilienring sagt Franchise- Netzwerken den Kampf an

4. Juli 2007, 14:11
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Der Zusammenschluss regionaler Makler-Verbände startet eine Online-Plattform und will weitere Büros ins Boot holen

Anfang diesen Jahres haben sich die regionalen Immobilienmakler-Vereinigungen Wien/Niederösterreich, Salzburg und Kärnten zum "Immobilienring" (IR) zusammengeschlossen. Der Nachfolgeverband der Immobilienbörsen Vereinigung Austria (IVA) verfügt über insgesamt 50 Kanzleien an 72 österreichischen Standorten.

Am Mittwoch wurde nun auch das "Herzstück" dieser Kooperation präsentiert: Die Online-Plattform www.immobilienring.at, auf der die Immobilienangebote sämtlicher Mitglieder präsentiert werden. Derzeit sind das rund 8.000 Objekte.

"Echte Alternative"

Der Zusammenschluss der Regionalverbände im Immobilienring sei als "echte Alternative" und "österreichische Antwort" auf die Aktivitäten der internationalen Franchise-Anbieter wie etwa dem weltweit agierenden Re/Max-Maklernetzwerk zu sehen, so IR-Vizepräsident und s-REAL-Geschäftsführer Michael Pisecky. Mit einem geplanten jährlichen Geschäftsvolumen von rund 580 Millionen Euro und im Durchschnitt 24 erfolgreichen Transaktionen täglich beansprucht der Immobilienring schon jetzt die österreichische Marktführerschaft für sich. In einem weiteren Expansionsschritt sollen sich demnächst auch die Bundesländer Steiermark und Tirol anschließen, "und auch mit der Austria Immobilien Börse stehen wir bereits im Gespräch", erklärt IR-Präsident Andreas G. Gressenbauer, bisher auch schon Präsident des Immobilienrings Salzburg. Weitere Vorstandsmitglieder sind Dieter Pirker (Immobilien Pirker GbR, Krems), Gerhard Barta (Barta Immobilientreuhand GmbH, Villach), Paul Edlauer (Realkanzlei Edlauer Immobilientreuhänder GmbH, St. Pölten) und Harald Brun (Krefina Immobilien GmbH, Wien).

Maklerbüros, die IR-Mitglied werden wollen, müssen strenge Bedingungen erfüllen: Sie müssen bereits mindestens fünf Jahre am Markt tätig sein und eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung besitzen. Weiters müssen sie einen fixen Bürostandort haben, den Maklerkodex einhalten und sich einer Ehrenschiedsgerichtsordnung unterwerfen. "Wir wollen Kontinuität, keine Büros, die nach zwei Jahren wieder weg vom Markt sind", so Gressenbauer.

"Diskretion als oberstes Gebot"

Durch ein speziell entwickeltes Intranet-System sind alle Mitgliedsfirmen verbunden, ein Datenaustausch untereinander ist so rasch möglich. Gleichzeitig weist man aber darauf hin, dass Diskretion – "ein oft angesprochenes Thema" – weiterhin oberstes Gebot ist: "Nur das vom Kunden beauftragte Immobilienring-Mitglied ist Ansprechpartner des Auftraggebers, bewahrt z.B. den Haus- und Wohnungsschlüssel auf und verfügt über die familieninternen, geschäftlichen oder finanziellen Backgroundinformationen", so die Verantwortlichen. An IR-Partnerfirmen werden nur jene Informationen weitergegeben, "die zur Abwicklung des Geschäftes erforderlich sind."

Dynamischer Markt

In einer ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Marktanalyse der Bundesländer Salzburg, Kärnten, Niederösterreich und Wien sagt man beim Immobilienring besonders den Ballungszentren Wien und Salzburg für die nächsten Dekaden einen Wachstumsschub voraus, der sich vor allem dem Zuzug aus dem Ausland verdankt. "Dieser Trend ist in Wien und seinem niederösterreichischen Umland aufgrund der Nähe zu den neuen EU-Mitgliedsstaaten in Zentral- und Osteuropa am stärksten ausgeprägt."

Alterswohnsitze in Kärnten

In Kärnten gehe das Wachstum der Zentralräume Klagenfurt und Villach zu Lasten der anderen Regionen, vor allem der Täler. Allerdings sei auch in diesen "schrumpfenden" Regionen die Nachfrage nach Immobilien wieder gestiegen – vor allem wegen der Tatsache, dass sich immer mehr Menschen aus dem Inland und dem EU-Raum hier auf die Suche nach einem geeigneten Alterswohnsitz machen.

Das Einfamilienhaus – weiterhin mit Abstand die beliebteste Wohnform der Österreicher – erlebe in allen Bundesländern die stärkste Nachfrage. In Salzburg und Kärnten mache die Nachfrage nach Wohnungen, sowohl Miete als auch im Eigentum, dem Einfamilienhaus allerdings zunehmend Konkurrenz. (map)

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