ForscherInnen raten von Präimplantationsdiagnostik ab

5. Juli 2007, 18:06
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Statt sie zu erhöhen, senkt die Methode Chancen auf Schwangerschaft um ein Drittel

Lyon - Ein teures Verfahren, das die Chance einer Frau auf Fruchtbarkeit erhöhen soll, führt zum gegenteiligen Effekt. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Universiteit van Amsterdam gekommen. Mittels Präimplantationsdiagnostik (PGS) wurden Embryos auf Anomalien untersucht. Ziel ist es, den am besten geeigneten Embryo zu implantieren. Beim 23. Jahrestreffen der European Society of Human Reproduction and Embryology wurde vorgetragen, dass mit PGS eine Schwangerschaft rund ein Drittel weniger wahrscheinlich ist als bei einer normalen künstlichen Befruchtung (IVF). Expertinnen und Experten argumentierten, dass der oft verzweifelte Kinderwunsch der Frauen finanziell ausgebeutet würde. Der PGS-Pionier Alan Handyside verteidigte den Einsatz dieses Verfahrens bei Frauen mit einem hohen Risiko. Details der Studie wurden im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.

Für die Studie wurden die Daten von 408 Frauen zwischen 35 und 41 Jahren untersucht. Das Team von Sebastiaan Mastenbroek verglich drei IVF-Zyklen mit und ohne PGS. In zwölf Wochen waren 74 bzw. 37 Prozent der IVF-Gruppe schwanger, bei der PGS-Gruppe waren es nur 52 bzw. 25 Prozent. Bei der PGS-Gruppe war zusätzlich die Anzahl der Lebendgeburten deutlich niedriger, 49 bzw. 24 Prozent. Bei der IVF-Gruppe waren es 71 bzw. 35 Prozent.

Kein routinemäßiger Einsatz empfohlen

Mastenbroek präsentierte mehrere Theorien über mögliche Ursachen und plant laut BBC weitere Forschungsprojekte. "Es ist denkbar, dass die Biopsie einer Zelle einen größeren Schaden anrichtet als derzeit bekannt ist. Möglich wäre auch, dass eine Zelle für den Zustand des ganzen Embryos nicht repräsentativ ist. Es ist nicht möglich, mittels PGS jedes Chromosom zu untersuchen." Seiner Meinung nach sollte PGS nicht routinemäßig eingesetzt werden. (pte)

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