Bundestheater: Gehaltsverhandlungen vertagt, Budgetverteilung fixiert

16. Juli 2007, 12:28
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Neue Gehaltsrunde im September - Museen: Breite Debatte im Herbst

Wien - Die Gehaltsverhandlungen zwischen der Bundestheater-Holding und den Belegschaftsvertretern sind am Freitag ohne Ergebnis unterbrochen worden und werden im September fortgesetzt, teilte Holding-Chef Georg Springer am Dienstag mit. Sein "Wunschtraumziel", die Gespräche mit Ende Juni abgeschlossen zu haben, sei damit nicht in Erfüllung gegangen. In Absprache mit den Arbeitnehmer-Vertretern würden die laufenden Verhandlungen auch nicht kommentiert, so Springer.

Am vergangenen Freitag ist bereits die zweite große Runde - nach einem ersten Sondierungsgespräch am 30. Mai und der ersten großen Runde am 18. Juni - ergebnislos unterbrochen worden. Dabei seien die Verhandlungen "sehr substanziell, sehr offen geführt" worden, meinte Springer. Nach dem Sommer würden die Gespräche rund um die Anhebung der Bezüge für die Saison 2007/08 hoffentlich zu einem baldigen Ende gebracht werden.

Subventionsfragen

Die Neuaufteilung der um fünf Millionen Euro erhöhten Basisabgeltung für die Bundestheater steht fest, bestätigt Kunstministerin Claudia Schmied in einem "News"-Interview. Die Verteilung sieht folgendermaßen aus: Die Gesamtsumme beträgt jetzt 138.645.000 Euro.
- Die Holding bekommt keine zusätzlichen Mittel, behält ihre 4.909.340 Euro und fällt damit gegenüber 2006/07 von 3,67 auf 3,54 Prozent des Gesamtbudgets zurück.
- Die Staatsoper bekommt 727.000 Euro mehr und hat jetzt 52.211.787 Euro. Ihr Anteil sinkt von 38,52 auf 37, 66 Prozent.
- Das Burgtheater bekommt 2.168.000 Euro dazu, hält bei 45.898.303 Euro - eine Erhöhung von 32,72 auf 33,10 Prozent.
- Die bedürftige Volksoper wird um 2.105.000 erhöht, hat künftig 35.625.570 Euro, immerhin 25,70 statt 25,08 Prozent.

Schmied kommentiert die Zahlen im Rahmen des Interviews: "Die Einigung ist ein Erfolg des Holding-Chefs Springer. Mit dieser Aufteilung, so wurde mir von der Holding versichert, können die einzelnen Häuser in der Saison 2007/08 gut planen. Klar ist aber, dass ich aus dem Doppelbudget 2009/10 wesentlich mehr Geld brauchen werde." Zu Staatsoperndirektor Holenders Wunsch nach einem Sonderbudget, um den Verbleib der Philharmoniker am Haus sicherzustellen, äußert sich Schmied ablehnend: "Die Philharmoniker sind das Kernelement der Staatsoper. Sie dort zu halten, gegebenenfalls auch mit neuen Vereinbarungen, ist aber die Aufgabe der Direktion."

Schmied gab auch den Fahrplan für die Neuordnung der Bundesmuseen bekannt. Bis Ende August werden die Budgets (inklusive der zusätzlichen sechs Millionen) verteilt sein, während sich die Ministerin mit ihrem Team über die programmatischen Fragen kundig macht. Im Herbst beginnt eine breite Debatte, zu der auch internationale Experten herangezogen werden. Ihr Ziel: Ein Konzept über die Positionierung der Museen für die nächsten drei Jahre. Das soll bis Jahresende erstellt sein und sich auch auf die Finanzierung auswirken. Zum derzeit ungebahnten Konkurrenzkampf der Häuser sagt sie: "Martialische Zustände schätze ich prinzipiell nicht." (APA/red)

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