Neue neofaschistische Partei gegründet

11. Juli 2007, 16:25
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Nummer Zwei der Alleanza Nazionale bricht mit Fini - Fahne und Fackel sollen zu Symbol werden

Rom - In Italien entsteht eine neue neofaschistische Partei. Die neue Gruppierung will Francesco Storace gründen, seit Jahren Spitzenpolitiker der oppositionellen Rechtspartei Alleanza Nazionale (AN) von Gianfranco Fini, der aus der Oppositionspartei ausgetreten ist. Gravierende Meinungsverschiedenheiten mit der Führungslinie von AN-Chef Fini haben den 48-jährigen Storace zum Austritt aus der Partei bewogen. "Die AN ist nicht mehr meine politische Heimat. Die Partei vertritt nicht mehr die Werte der italienischen Rechten", schrieb Storace in einem Abschiedsbrief, der auf seiner Webseite veröffentlicht wurde.

Schwere Vorwürfe erhob die langjährige "Nummer Zwei" der AN und Ex-Gouverneur der Region Latium gegen Fini, für den Storace Jahre lang als Pressesprecher gearbeitet hatte. "Fini hegt eine einzige Ambition: Er will die AN in eine Zentrumspartei wie viele andere in Italien umwandeln. Ich bin mit diesem Projekt keineswegs einverstanden. Ich will lieber für eine Konsolidierung der Rechten in Italien arbeiten und den vielen Anhängern eine Hoffnung geben, die sich einen politischen Neubeginn im Land erhoffen", betonte Storace.

Fahne und Fackel

Der ehemalige Journalist und Gesundheitsminister in der Mitte-Rechts-Regierung von Silvio Berlusconi will sich nun politisch selbstständig machen. Storace plant die Gründung einer neuen Partei, die dem Rechtslager neuen Schwung verleihen und mit der rechtsextremen Gruppierung "Alternativa Sociale" der Duce-Enkelin Alessandra Mussolini in Konkurrenz treten will. Ein Kreis mit den Farben der italienischen Fahne und eine Fackel ist das Symbol der neuen Partei, deren Name in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden soll.

Ob sich andere Politiker der AN Storaces Projekt anschließen werden, ist noch ungewiss. Der Austritt des Rechtsaußenpolitikers aus der AN sorgte jedenfalls für Aufsehen. "Die Gründe, die Storace für seinen Austritt aus der Partei nennt, sind absolut unbegreiflich. Niemand glaubt in Italien, dass die AN auf ihre Identität als Rechtspartei verzichten will", kommentierte Fini. Lob erntete Storace vom "Hardliner" der Partei, Teodoro Buontempo. "Storace ist ein mutiger Rechtsaktivist. Die Probleme, die er erhoben hat, sind konkret und müssen ernst genommen werden", sagte Buontempo, der in der Vergangenheit ebenfalls öfters mit Fini in Konflikt geraten war. (APA)

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    Francesco Storace

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