Keine Allparteienregierung

5. Juli 2007, 14:37
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Alkatiri schließt Koalition mit Gusmao aus

Dili - In Osttimor dürfte der Wunsch von Präsident José Ramos-Horta nach Bildung einer Allparteienregierung nicht in Erfüllung gehen. Die aus der früheren Befreiungsbewegung hervorgegangene Fretilin-Partei lehnt nach den Parlamentswahlen in dem Inselstaat eine Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten "Nationalkongress für den Wiederaufbau Osttimors" (CNRT) des früheren Präsidenten und Unabhängigkeitshelden José Alexandre ("Xanana") Gusmao ab.

Nach Auszählung von fast 90 Prozent der rund 426.000 abgegebenen Stimmen lag die regierende Fretilin mit 22.000 Stimmen in Führung vor dem CNRT. Wie es hieß, führten die 14 beteiligten Parteien bereits erste Sondierungsgespräche im Hinblick auf die Regierungsbildung. Der Fretilin-Vorsitzende und ehemalige Ministerpräsident Mari Alkatiri sagte, seine Partei stehe in Kontakt mit möglichen Koalitionspartnern. Ein Bündnis mit Gusmaos CNRT schloss er jedoch aus. Gusmao, der als Staatsoberhaupt von dem Friedensnobelpreisträger Ramos-Horta abgelöst wurde, galt als Favorit für den Posten des Ministerpräsidenten. Ramos-Horta tritt für eine Konzentrationsregierung ein, weil nach seinen Worten keine Partei allein fähig sei, Stabilität zu gewährleisten und das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft zu gewinnen. Das Land brauche daher eine Regierung, die sich auf alle Parteien stützen könne, sagte der Präsident vor den allgemeinen Wahlen in einer Fernsehansprache.

(APA/AP/AFP)

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