Hilfe für Priester ohne Amt

12. Juli 2007, 14:17
10 Postings

Katholische Ex-Priester werden laisiert oder ergreifen neuen Beruf

Graz - In die Diskussion um die Zölibatsverpflichtung römisch-katholischer oder zum Katholizismus konvertierter Priester hat sich eine Gruppe eingemischt, die sonst selten vom öffentlichen Scheinwerferlicht gestreift wird: Jene Priester, die den Zölibat gebrochen haben, verheiratet sind und Kinder haben.

1200 "Priester ohne Amt" leben laut Hans Chocholka, Vorstand des gleichnamigen Vereins und Sprecher der verheirateten Priester in der Steiermark, in Österreich. Diese Männer wollen weiterhin ihren Beruf als Priester ausüben, nach kirchlichem Recht bleibt ihnen das aber verwehrt.

Gespräche mit Bischöfen gebe es immer wieder, doch die hätten trotz Verständnis-Bekundungen nicht den Mut, die Anliegen nach Rom zu tragen, drückt er sein Bedauern aus. Chocholka selbst wurde 1959 zum Priester geweiht. 1970 suchte er um Dispens, eine amtliche Befreiung vom Zölibat, an und heiratete seine Frau. Er blieb als Religionslehrer im Dienst der Kirche. Biblisch ist der Zölibat nicht begründbar, erklärte Chocholka: "Bis 1139 gab es auch verheiratete Päpste". Das Festhalten am Zölibat sei rein ideologisch, sagte er. Dass man es jederzeit aufheben könne, sei unbestritten, sagte auch Georg Plank, Sprecher von Diözesanbischof Egon Kapellari. "Der Zölibat ist eine radikale Form gelebter Religiosität, ein spirituelles Element," das es auch in anderen Religionen gebe. Eine Änderung ist nicht in Sicht.

Einen päpstlichen Dispens bekommen nur Priester und Pastoren der anglikanischen oder evangelischen Kirche. Katholische Priester, die den Zölibat nicht einhalten, würden "laisiert" und können weiter in der Kirche in anderer Position tätig sein. Doch es gebe auch einige, die das nicht wollten, sagt Plank: "Das ist ihre individuelle Entscheidung". Diese müssen einen anderen Beruf lernen, sagt Hans Chocholka, werden Psychotherapeuten oder EDV-Spezialisten. Die Ausbildung wird laut Plank von der Diözese finanziell mitgetragen.(Marijana Miljkovic/DER STANDARD, Printausgabe, 4.7.2007)

Share if you care.