Wissen: Gleich vier Streithähne

6. Juli 2007, 12:53
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Der Lohnkonflikt bei der Deutschen Bahn ist schwer zu lösen

Für die Deutsche Bahn ist der Konflikt schwer zu lösen, weil sie gleich drei gewerkschaftlich organisierten Kontrahenten gegenübersitzt. Die schärfsten Forderungen kommen von dem Kleinsten: Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL/34.000 Mitglieder) verlangt einen eigenen Spartentarifvertrag.

Ein solcher Spartentarifvertrag regelt für eine Sparte eines Tarifgebiets besondere Arbeits- und Einkommensbedingungen – so gibt es etwa im Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst Spartenverträge für den Nahverkehr und Krankenhäuser. Grundsätzlich ist das deutsche Tarifsystem aber von Flächenverträgen geprägt, die immer für die ganze Branche gelten. Die GDL-Forderung käme die Deutsche Bahn sehr teuer: Sie müsste bis zu 31 Prozent mehr Lohn bezahlen.

Bescheidener ist Transnet (270.000 Mitglieder). Man fordert sieben Prozent mehr Lohn. Das ist die höchste Lohnforderung, die eine Gewerkschaft heuer in Deutschland gestellt hat. Dem schließt sich die Gewerkschaft der Bahnbeamten (GDBA/65.000 Mitglieder) an. (bau, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.7.2007)

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