Bei Insolvenz kommt der Zwangsabstieg

20. Juli 2007, 14:36
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Bundesliga beschloss erhebliche Lizenzierungs-Verschärfungen

Wien - Neben dem Abschluss des neuen, dreijährigen TV-Vertrages mit ORF und Premiere hat die Hauptversammlung der österreichischen Fußball-Bundesliga am Dienstag eine weitere wichtige Zukunfts-Entscheidung getroffen. Das Lizenzierungsverfahren, das in den vergangenen Wochen und Monaten mehrmals zweifelhaft im Mittelpunkt gestand war, wurde merklich verschärft. Die Beschlüsse dafür seien laut Bundesliga-Angaben einstimmig gefallen.

Den neuen Bestimmungen gemäß führt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über einen Klub automatisch zu dessen Zwangsabstieg in die nächst niedrigere Spielklasse. Damit sollen Fälle wie jene der Grazer Stadtrivalen GAK und Sturm künftig der Vergangenheit angehören. "Das ist abgeschlossen. Nach dem Imageschaden, der dadurch in den vergangenen Wochen zweifellos entstanden ist, wollen wir wieder sportliche Schlagzeilen", betonte Bundesliga-Vorstand Georg Pangl.

Bundesliga-Präsident Martin Pucher appellierte neben den Schlagworten "mehr Transparenz und mehr Kontrolle" auch an die Eigenverantwortung der Spieler. Demnach wird es allen Spielern im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens ermöglicht, finanzielle Rückstände kundzutun. "Auch die Spieler sind mündige Bürger", meinte Pucher. Zudem wird in Zukunft auch ein Vertreter der Spielergewerkschaft (VdF) im Senat 5 vertreten sein, der in erster Instanz unter anderem über die Lizenzvergabe entscheidet.

Die Geschäftsgebarung in der Bundesliga verbleibe allerdings einzig und allein bei den 20 derzeit darin engagierten Klubs, betonte Pucher. Er begrüßte das verschärfte Reglement im Sinne der "Chancengleichheit", will finanzielle Unterlagen aus dem Verfahren aber künftig auch dem Kreditschutzverband übermitteln. "Mit all diesen Maßnahmen wollen wir den turbulenten Zeiten einen Riegel vorschieben", versicherte Pucher. "Wir werden keinen Fall wie den GAK mehr haben", versprach Pangl.

Die Saison 2007/08 beginnt nach einer weniger als zweimonatigen Sommerpause früher denn je - bereits am 10. Juli steigt das Auftaktspiel zwischen Aufsteiger LASK und dem neuen SK Austria Kärnten. Um eine optimale Vorbereitung auf die EURO 2008 zu gewährleisten, steht der Meister spätestens am 26. April fest. "Wir sind uns unserer großen Verantwortung bewusst und wollen allen potenziellen Teamspielern die bestmögliche Vorbereitung auf dieses einmalige Ereignis bieten", erklärte Pangl.

Liga-Sponsor T-Mobile übergab bei der Eröffnungs-Pressekonferenz im Wiener Hotel Intercontinental parallel zum neu lancierten, gleichnamigen Handy-Tarif erstmals auch den FairPlay-Award, der auf dem entsprechenden Ranking der UEFA basiert. Auch darin hatte Bundesliga-Champion Red Bull Salzburg in der vergangenen Saison meisterlich abgeschnitten. 5.000 Euro von T-Mobile gehen daher an den Salzburger U17-Spieler Daniel Offenbacher.(APA)

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