Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen eingerichtet

9. Juli 2007, 14:13
posten

"Zentrale Kompetenzstelle" soll einheitliche Standards und Qualitätsvorgaben bringen

Wien - Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP) hat die Errichtung des Bundesinstituts für Qualität im Gesundheitswesen (BIQG) bekannt gegeben. Mit dieser "zentralen Kompetenzstelle" für Qualitätsarbeit im Gesundheitswesen sollen "einheitliche Standards und Qualitätsvorgaben entwickelt werden", sagte die Ministerin bei einer Pressekonferenz.

Das neue Institut, das nun "schrittweise" aufgebaut werden soll, wird sich - wie im Gesundheitsqualitätsgesetz vorgesehen - in vier Arbeitsbereichen um die Struktur- und Prozessqualität, die Ergebnisqualität, dem Qualitätsberichtswesen und der Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen widmen.

Dritter Geschäftsbereich

Das mit 1. Juli 2007 eingerichtete Institut ist damit der dritte Geschäftsbereich der vor einem Jahr per Bundesgesetz als nationales Forschungs- und Planungsinstitut für das Gesundheitswesen eingerichteten "Gesundheit Österreich GmbH". Das "Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen" (ÖBIG) und der "Fonds gesundes Österreich" (FGÖ) bilden die beiden anderen Geschäftsbereiche. Während das ÖBIG Forschungs- und Planungsarbeit durchführt sowie Grundlagen für die Steuerung des Gesundheitswesens erstellt, wird der FGÖ-Geschäftsbereich mit "nationaler Kompetenzstelle für Gesundheitsförderung und Prävention" beschrieben.

Die vier Arbeitsbereiche

Die Qualitätsarbeit des BIQG ist in vier Arbeitsbereiche gegliedert. Im Bereich Struktur- und Prozessqualität sollen Leitlinien und Qualitätskriterien für das Gesundheitswesen erarbeitet werden, gerade in diesem Bereich sieht GÖG-Geschäftsführerin Michaela Moritz "viele Stolpersteine im System". Der zweite Arbeitsbereich umfasst Qualitätsregister und Ergebnisqualität. Dabei sollen beispielsweise Ergebnisqualitätsprogramme durchgeführt werden, bei denen aber die Rückkoppelung der Gesundheitsleistungen mit den Anbietern im Mittelpunkt stehen soll und nicht Fehler angeprangert werden sollen. Als Vorbild nannte Moritz hier die Luftfahrtindustrie, wo es üblich sei, "Fehler und Fastfehler zu analysieren und daraus zu lernen".

Das Qualitätsberichtswesen ist der dritte Arbeitsbereich, der als "Informationsschiene" zu Patienten, Leistungserbringern und politischen Entscheidungsträgern fungieren soll. Eines der Ziele dieses Bereichs sei etwa ein Internetportal, "wo Informationen weit verbreitet werden können". Im vierten Arbeitsbereich sollen Qualität und Wirtschaftlichkeit des Gesundheitswesens evaluiert werden, ob etwa Produkte und Leistungen den Erwartungen entsprechen. Alle vier Bereiche sollen möglichst international ausgerichtet werden, versicherte Moritz.

Budget

Die bisher im ÖBIG angesiedelte Qualitätsarbeit wandert samt Mitarbeitern zum neu geschaffenen Institut, die provisorische Leitung wird bis zur Bestellung eines Bereichsleiters von der Geschäftsführerin der "Gesundheit Österreich GmbH", Michaela Moritz, wahrgenommen. Das Budget für das neue Institut gab die Gesundheitsministerin mit 718.000 Euro für dieses Jahr und einer Million Euro für 2008 an, der Personalstand soll sich "nach budgetären Möglichkeiten" bewegen. (APA)

Share if you care.