Reaktor für Bio-Wasserstoff wird gebaut

11. Juli 2007, 13:47
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Oberösterreichisches Forschungsunternehmen arbeitet an dezentraler Gewinnung des sauberen Energieträgers aus Biomasse

Linz - Wasserstoff aus Biomasse will das oberösterreichische Forschungsunternehmen Profactor in Zukunft erzeugen. Am Firmensitz in Steyr soll 2008 der Prototyp eines Bioreaktors entstehen. Wasserstoff kann sowohl zur Stromerzeugung als auch als Treibstoff eingesetzt werden. Die Gewinnung des Gases ist nicht nur aus Kohlenwasserstoffen oder aus der Elektrolyse von Wasser möglich, sondern auch aus Biomasse. Ausgangsmaterial für den Prozess sind Energiepflanzen wie Elefantengras, aber auch diverse Gartenabfälle. Damit beschäftigt sich das EU-Projekt "Hyvolution", an dem das Unternehmen gemeinsam mit 21 internationalen Partnern arbeitet.

Gewinnung aus lokal produzierten Rohstoffen

Die Produktion läuft in zwei Stufen ab, dadurch erhoffen sich die Forscher einen Wirkungsgrad von 75 Prozent. Zuerst entstehen durch Dunkelfermentation Wasserstoff, Kohlendioxid und Zwischenprodukte. Daran wird in Steyr gearbeitet. In einem zweiten Schritt - der Foto-Fermentation - werden auch die übrig gebliebenen Substanzen in Wasserstoff und CO2 verwandelt. Der Versuchsreaktor dafür entsteht in Aachen in Deutschland.

Die Wasserstoff-Gewinnung soll dezentral aus lokal produzierten Rohstoffen erfolgen, um eine transportbedingte Effizienzminderung zu vermeiden. Die Forscher rechnen damit, in Zukunft zehn bis 25 Prozent des EU-weiten Wasserstoff-Bedarfs für Stromerzeugung und Treibstoff auf diese Weise decken zu können. Ein Schlüsselbereich für den Einsatz sei die Energiegewinnung, denn hier würden 80 Prozent der CO2-Emissionen durch fossile Energieträger anfallen.

22 Unternehmen aus der EU, aus Russland, der Türkei und Südafrika beieiligen sich an "Hyvolution". Das Projekt wird von der EU mit zehn Mio. Euro unterstützt, den restlichen Finanzbedarf von rund vier Mio. bringen die Partner selbst ein. (APA)

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