Bill Gates als reichster Mann der Welt angeblich abgelöst

11. Juli 2007, 12:01
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Laut Medienberichten liegt nun Mexikos Telekom-Mogul Slim mit einem geschätzten Vermögen von knapp 68 Milliarden Dollar voran

Der mexikanische Großunternehmer Carlos Slim soll angeblich Microsoft-Gründer Bill Gates von Platz auf der Liste der reichsten Männer der Welt verdrängt haben. Wie das mexikanische Finanzmagazin "Sentido Comun" am Dienstag berichtete, soll Slims Vermögen auf 67,8 Mrd. Dollar (49,9 Mrd. Euro) gestiegen sein. Das Vermögen von Gates wird demnach im Augenblick auf 59,2 Mrd. Dollar (43,6 Mrd. Euro) geschätzt.

Keine Stellungnahmen

Schon im April hatte das Wirtschaftsmagazin "Forbes" berichtet, dass Slim auf Platz Zwei vorgerückt sei und seinem Rivalen Gates bald den Titel abjagen könnte. Von Slim selbst, aber auch von "Forbes" gab es zunächst keine Stellungnahme. In einem Interview hatte der Milliardär nur knapp erklärt: "Ich rechne nicht jeden Tag meinen Kontostand aus."

Aktienkurse

Dem jüngsten Bericht nach wurde Slim vor allem deshalb an die Spitze der Reichsten der Welt katapultiert, weil sich die Aktien des von ihm kontrollierten mexikanischen Mobilfunkkonzerns America Movil zwischen März und Juni um 27 Prozent verteuerten. America Movil ist der größte Mobilfunkanbieter Nord- und Lateinamerikas. An der Börse wird der Gesamtkonzern derzeit mit 1,19 Billionen Pesos (80,9 Mrd. Euro) bewertet.

Reichtum wohin man schaut

Noch vor zehn Jahren verfügte Slim über vergleichsweise schlappe 6,1 Mrd. Dollar. Anfang März notierte das US-Wirtschaftsmagazin Forbes in seiner jährlichen Liste der Dollar-Milliardäre Slim bereits auf Platz drei hinter Gates und dem US-Investor Warren Buffett. In nicht ganz zwei Monaten vergrößerte er sein Vermögen weiter um vier Mrd. Dollar. Im korrigierten "Forbes"-Ranking im April stieß der 67-jährige Slim dann Buffett vom zweiten Platz. Das Vermögen von Gates wurde damals auf 56 Mrd. Dollar geschätzt, Slims Reichtum auf 53 Mrd. Dollar.

45.000 Dollar pro Minute

Vergangenes Jahr vermehrte sich sein persönlicher Reichtum pro Minute um sage und schreibe 45.000 Dollar. Slims Vermögen entspricht bereits rund sieben Prozent des mexikanischen Bruttoinlandsprodukts. Im Gegensatz zu Gates und Buffett, die über Stiftungen Milliarden für wohltätige Zwecke ausgeben, hält er jedoch nichts von Spenden. In einem Reuters-Interview formulierte er seine Philosophie jüngst so: Manager helfen mehr, indem sie Jobs und Wohlstand schaffen, als wenn "sie einen auf Weihnachtsmann machen", was in einem Land, in dem mehr als 43 Millionen seiner Landsleute täglich maximal zwei Dollar zur Verfügung haben, auf Unverständnis stößt.

Richtiger Riecher

Biograf Jose Martinez erklärte Slims Reichtum mit dessen Unternehmertalent und dem richtigen Riecher für lukrative Börseninvestitionen. "Seine Geschichte ist die eines typischen Self-Made-Mannes", schreibt Martinez. Zwar habe Slim bereits im Alter von 13 Jahren seinen Vater verloren, ein Einwanderer aus dem Libanon und in Mexiko erfolgreicher Immobilienspekulant. "Aber er hat von ihm den Unternehmergeist geerbt." Mit 15 besaß er ein Guthaben von 5.523 Pesos und 44 Aktien der damals größten mexikanischen Bank Banamex. Mit 17 war er dank geschickten Spekulierens mit seinen Aktien Dollar-Millionär.

Privatisierung

Als die mexikanische Regierung Anfang der 1990er Jahre den Staatsmonopolisten Telmex privatisiert, erhielt Slim mit seinen guten Verbindungen zu den Mächtigen im Lande den Zuschlag - für nicht einmal zwei Mrd. Dollar. Telmex ist heute mit 37,5 Mrd. Dollar an der Börse bewertet und genießt de facto weiterhin eine Monopolstellung. Neben der Telefon- und Mobilfunkbranche macht Slim auch in Einkaufsläden, Banken, Restaurants, Zigaretten, Kücheneinrichtungen und Bodenfliesen.

Das Tagesgeschäft hat er mittlerweile an seine drei Söhne und weitere Verwandte abgetreten. Komplett aufhören will er aber erst, wenn er "in den Sarg gelegt" werde oder sein Körper nicht mehr mitspiele, wie er zuletzt betonte. Zitat: "Ein Künstler geht ja auch nicht in Rente, nur weil er eine bestimmte Zahl von Gemälden vollendet hat."(APA/Reuters)

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    Der mexikanische Großunternehmer Carlos Slim soll nun der reichste Mann der Welt sein.

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