Designer-Asphalt in der Stadt Salzburg bleibt

16. Juli 2007, 12:27
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Reifenspuren nahezu verschwunden - Flaniermeile vor Festspielhäusern ist "goldgrau" geworden - Zahlungen auf Eis

Salzburg - Für große Aufregung sorgte im Sommer 2006 der neue, 950.000 Euro teure Designer-Asphalt vor den Salzburger Festspielhäusern in der Hofstallgasse. Den goldfarbenen Boden verunstalteten schwarze Reifenspuren und zwei Hakenkreuze. Das Ärgernis bekam nicht der eilig einberufene Putztrupp in Griff, sondern die Witterung und der natürliche Abrieb über die Wintermonate. Die hässlichen Spuren sind nahezu verschwunden, der Straßenbelag hat laut Büro von Baustadtrat Martin Panosch die gewünschte "goldgraue Farbe".

Die sommerliche Hitze hatte im Vorjahr das Bindemittel an der obersten Schicht des drei Zentimeter dicken, 2.300 Quadratmeter großen Splittmastix-Belages aufgeweicht, deshalb konnten sich die dunklen Streifen festsetzen. Die Stadt Salzburg attestierte einen Fehler in der Fertigung und legte die Zahlungen auf Eis.

Weil weder "Schrubbsaugautomaten" noch Spezialreinigungsmittel mit Orangenölextrakten den Reifenabrieb entfernen konnten, wurde das Abfräsen der beliebten Flaniermeile überlegt. Das Problem ist nun aber wie von unsichtbarer Hand gelöst, auch wenn am Dienstag bei einem Lokalaugenschein die Farbe grau den Grundton angab und der Belag kaum noch von einem normalen Asphalt zu unterscheiden ist. Einige wenige Reifenspuren waren noch erkennbar.

Der Baustadtrat gibt sich mit dem Ist-Zustand zufrieden. "Der Belag ist goldgrau, so wie ihn die Sachverständigenkommission für die Altstadterhaltung bewilligt hat und er beim Architekturbewerb prämiert wurde. Es wird jetzt nichts mehr verändert", versicherte Panosch-Sprecher Jürgen Wulff-Gegenbaur. "Solange wir aber nicht hundert Prozent überzeugt sind, dass das Produkt einwandfrei ist, wird es keine Zahlungen geben."

Sturzgefahr herrscht noch bei Nässe vor allem für Radfahrer, die vom Sigmundstor kommend in die Hofstallgasse einbiegen: Die schwarzen Steinplatten des Zebrastreifens sind extrem glatt. Die Entscheidung, ob der Designer-Asphalt in Zukunft auch den Max-Reinhard-Platz vor dem Furtwänglerpark zieren soll, müsse erst gefällt werden, sagte Wulff-Gegenbaur. (APA)

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    Weil weder "Schrubbsaugautomaten" noch Spezialreinigungsmittel mit Orangenölextrakten den Reifenabrieb entfernen konnten, wurde das Abfräsen der beliebten Flaniermeile überlegt.

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