UIAG stieg aus Futurelab aus

23. Juli 2007, 14:40
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Drittelanteil ging an die Duff Privatstiftung des Firmengründers Michael Havel, dieser hält nun 58 Prozent an der Laborgruppe

Wien - Der österreichische Mittelstandsfinanzierer Unternehmens Invest AG (UIAG) hat seinen Anteil an der heimischen medizinisch-diagnostischen Laborgruppe Futurelab verkauft und ist mit dem gesamten Finanzkonsortium, das rund 33 Prozent an Futurelab gehalten hat, aus der Beteiligung ausgestiegen, teilte die UIAG am Dienstag mit. Der UIAG-Anteil ging an die Duff Privatstiftung des Futurelab-Mitbegründers Michael Havel - vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden.

Havel, der für die Anteile knapp 44 Millionen Euro bezahlt, hält nun 58 Prozent an Futurelab, die Wiener Städtische Versicherung 42 Prozent. Letztere ist nach heutigen Angaben allerdings für alles offen: "Ein möglicher Ausstieg ist nicht auszuschließen - es gibt eine Reihe von Interessenten", sagte Beteiligungsvorstand Martin Simhandl zur APA. Grundsätzlich sei aber auch denkbar, dass sich ein Dritter beteilige oder dass es in Richtung Börsegang gehe.

"Erfreuliches Investment"

"Es war eine Option, die der Mitgesellschafter gehabt hat, und die ist eingelöst worden - das ist harmonisch gelaufen", so UIAG-Vorstand Herbert Paierl. Die UIAG habe ihr Ziel erreicht. "Für uns war das ein erfreuliches Investment", bekräftigte der UIAG-Vorstand.

Mit dem Mittelrückfluss werde die an der Wiener Börse notierte UIAG "eine neue Investitionsperiode finanzieren". Mehrheitsaktionär der UIAG ist seit Mitte Dezember mit jetzt 55,98 Prozent die Cross Industries AG des KTM-Kernaktionärs Stefan Pierer.

Jahrsumsatz soll kräftig wachsen

Ursprünglich hatte Futurelab zu je einem Drittel dem Firmengründer-Duo Havel und Gustav Scholda, der Wiener Städtischen Versicherung und der UIAG gehört. Schon vor dem heute bekanntgegebenen Ausstieg der UIAG hatte es aber Anteilsverschiebungen gegeben: Scholda sei vor etwa sechs Wochen als Investor mit seiner Diana Privatstiftung komplett ausgestiegen, sagte Havel am Dienstag. Sein Anteil, knapp 17 Prozent, sei zu gleichen Teilen auf die Wiener Städtische Versicherung und Havel übertragen worden. "Dr. Scholda steht Futurelab in Österreich aber weiterhin als ärztlicher Leiter zur Verfügung", so Havel.

Die Laborkette will den Jahresumsatz heuer dank reger Akquisitionstätigkeit von 61,9 auf rund 200 Mio. Euro mehr als verdreifachen. Das operative Ergebnis soll gegenüber 2006 von 13,5 auf 30 Mio. Euro kräftig zulegen. Futurelab beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter in sechs Ländern.

An den Börsegang-Plänen für 2009 hält Futurelab fest. "Anfang 2008 werden wir eine Investmentbank beauftragen", bekräftigte Havel im Gespräch mit der APA. Parallel dazu ist die Laborkette intensiv auf Investorensuche. "Wir sprechen nach wie vor mit mehreren Investoren - unter anderem mit 3i", so der Firmenchef. Der britische Finanzriese 3i interessiert sich schon seit längerem für das Unternehmen. (APA)

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