Immer mehr ItalienerInnen zur künstlichen Befruchtung nach Österreich

25. Juli 2007, 14:25
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Strenges Gesetz zu In-vitro-Fertilisation im eigenen Land

Rom - Immer mehr unfruchtbare Paare aus Italien reisen zwecks künstlicher Befruchtung nach Österreich. Wie das italienische Gesundheitsministerium bekannt gab, ist die Anzahl italienischer Paare, die sich in Österreich Behandlungszyklen mit verschiedenen In- Vitro-Techniken unterziehen, im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen. Vor allem Salzburg ist das Ziel.

Auch Spezialkliniken in den Nachbarländern Slowenien und Schweiz meldeten eine deutliche Zunahme von Anträgen aus Italien. Dies ist die Folge eines 2004 verabschiedeten Gesetzes, nach dem in Italien für eine künstliche Befruchtung nur noch drei Embryonen pro Behandlungszyklus erzeugt werden können. Die heterogene In-Vitro-Fertilisation ist verboten. Nach der Billigung des Gesetzes ist die Zahl der Italiener, die mit künstlicher Befruchtung ein Kind erzeugt haben, stark zurückgegangen. Dafür hat die Zahl jener stark zugenommen, die dafür ins Ausland fahren. Waren es im Jahr 2003 noch 1315 gewesen, so stieg diese Zahl im vergangenen Jahr auf 3610.

Strenges Gesetz

Das italienische Gesetz, eines der restriktivsten Europas, war von einer parteiübergreifenden, katholisch-konservativen Front gegen den erbitterten Widerstand der liberalen Kräfte und vieler Frauen im Parlament verabschiedet worden. Demnach ist die Befruchtung von Ei- oder mit Samenzellen, die nicht von dem kinderlosen Paar selbst stammen, verboten.

Höchstens drei Eizellen dürfen jeweils im Reagenzglas befruchtet werden. Das Einfrieren von Embryonen ist praktisch verboten ebenso wie Leihmutterschaften. Untersagt ist die künstliche Befruchtung von Homosexuellen und allein Stehenden sowie von Frauen über 50 Jahren. Auch die Verwendung von Embryos für wissenschaftliche Forschungen wird verboten. Die italienische Regierung hoffte, durch die neuen Gesetze der Abnahme der Bevölkerung entgegenwirken zu können.(APA)

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