Gludovatz: "Zwei verlorene Punkte"

22. Juli 2007, 17:46
2 Postings

U20-Teamchef ärgerte sich nach WM-Auftakt über Schiedsrichter und Rückfall in zweiter Hälfte - "Noch nicht in körperlicher Top-Verfassung"

Edmonton - Zum achten Mal in Folge ist die aktuelle österreichische Fußball-U20-Auswahl ohne Niederlage in ein Turnier gestartet, dennoch hielt sich bei Teamchef Paul Gludovatz nach dem 1:1 zum WM-Auftakt gegen Kongo die Freude in Grenzen. "Das waren zwei verlorene Punkte. Ein Unentschieden ist in diesem Fall zu wenig", meinte der Burgenländer nach dem dramatischen Match am Montag (Ortszeit) in Edmonton.

Drei Punkte und damit ein großer Schritt Richtung Achtelfinale wären durchaus möglich gewesen, doch eigenes Unvermögen bei einer Riesenchance in der 93. Minute und ein fälschlicherweise ausgebliebener Elferpfiff von Schiedsrichter Enrico Wijngaarde aus Surinam machten den Hoffnungen auf einen Sieg einen Strich durch die Rechnung. "Der Schiedsrichter war diesem Spiel nicht gewachsen", ärgerte sich Gludovatz.

Der 61-Jährige wies auch darauf hin, dass der kongolesische Verteidiger Mbani nach zwei schweren Fouls am in der ersten Hälfte überragenden Martin Harnik schon nach einer halbe Stunde Gelb-Rot hätte sehen müssen. "Aber es haben alle Fehler gemacht - wir, der Gegner und eben auch der Referee", relativierte der Coach.

Seine Schützlinge waren perfekt ins Match gestartet, durch Hoffer verdient in Führung gegangen und in den ersten 20 Minuten klar die tonangebende Mannschaft. Erst mit der Zeit kamen die Afrikaner auf und nahmen nach dem Seitenwechsel das Heft bis rund zehn Minuten vor Schluss in die Hand. "In der zweiten Hälfte hatten wir einen Hänger, da sind wir nur dem Ball nachgelaufen", gab Gludovatz zu.

Der Grund dafür sei aber nicht der Gedanke gewesen, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. "Wir wollten das Resultat nicht absichern. Man muss einfach anerkennen, dass sich Kongo in der zweiten Hälfte gesteigert hat." Außerdem trugen körperliche Probleme ebenfalls zum Rückfall bei. "Wir leben von unserer physischen Stärke, sind aber noch nicht in Top-Verfassung. Heute hat man gesehen, dass die drei Kurz-Lehrgänge in der Vorbereitung nicht gereicht haben."

Wie schon vor dem Kongo-Match angekündigt will Gludovatz für das Kanada-Spiel in der Nacht auf Freitag (1:45 MESZ/live ORF 1) wieder in Edmonton einige Umstellungen vornehmen. "Es kann sein, dass ich beim Tormann oder in der Abwehr etwas ändere", sagte der Teamchef. Den Vorteil der Kanadier, aufgrund des Terminplans einen Tag länger Pause zu haben, nahm Gludovatz achselzuckend zu Kenntnis. "Als Veranstalter hätte ich es auch so gemacht." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Paul Gludovatz kann sich über den Punkt nicht freuen.

Share if you care.