Deutsche Züge rollen wieder - Hunderttausende Fahrgäste gestrandet

4. Juli 2007, 14:21
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ÖBB im Grenzverkehr mit eigenem Personal eingesprungen - Lohnverhandlungen bei der Deutschen Bahn gehen am Donnerstag weiter

Frankfurt/Wien - Nach dem flächendeckenden Lokführerstreik am Dienstagmorgen in Deutschland rollen die Züge nun wieder. Wegen eines Lohnkonflikts haben vom frühen Morgen bis am Vormittag sämtliche deutsche Lokführer den Dienst verweigert. Hunderttausende Pendler und Reisende waren betroffen. Sie mussten zum Teil stundenlange Verspätungen hinnehmen. Bahnchef Hartmut Mehdorn bezifferte die Kosten für jeden Streiktag auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

ÖBB kam "glimpflich" davon

Den Streik der Deutschen Bahn haben auch die ÖBB-Kunden zu spüren bekommen. Allerdings sei die ÖBB "glimpflich" davon gekommen, so Konzernsprecher Alfred Ruhaltinger zur APA. In Österreich konnte lediglich eine Verspätung und ein Zugausfall verzeichnet werden. Wegen des Streiks in Deutschland sind die ÖBB mit eigenem Personal eingesprungen. Hunderte zusätzliche ÖBB-Mitarbeiter waren in Deutschland im Einsatz, um den grenzüberschreitenden Bahnbetrieb aufrecht zu erhalten, so Ruhaltinger. Die Kosten seien noch nicht abschätzbar.

Im innerdeutschen Verkehr waren von dem Streik der Lokführer neben dem Fern- und Regionalverkehr unter anderem in Berlin, Hamburg, Hannover, Frankfurt/Main und München auch der S-Bahnverkehr betroffen. Teilweise kam der deutsche Bahnverkehr komplett zum Erliegen. Auch nach Ende des Arbeitskampfes um 09.00 Uhr kämpfte die Deutsche Bahn mit weiteren Beeinträchtigungen bis in den Nachmittag hinein.

Chaos blieb aus

Das befürchtete Chaos auf den deutschen Bahnhöfen blieb am Dienstag aus, offenbar auch, weil die Deutsche Bahn beamtete Lokführer eingesetzt hatte, die nicht streiken dürfen. Zahlreiche Pendler hatten sich nach den Ankündigungen vom Montag wohl auch auf die Streiks eingestellt. Viele Bahnfahrer stiegen auf das Auto um, weshalb der Verkehr dichter als sonst war. Befürchtungen, der Straßenverkehr breche zusammen, bestätigten sich jedoch nicht.

Während des Streiks versorgte die Bahn auf großen Bahnhöfen die Reisenden mit kostenlosen Getränken und Snacks. Über eine Service-Hotline können sich Kunden rund um die Uhr informieren. Fahrgäste, die an einem Streiktag auf Grund streikbedingter Zugausfälle oder Verspätungen ihre Reise nicht antreten können, haben die Möglichkeit, ihre Fahrkarte kostenlos umzutauschen oder sich den Reisepreis erstatten zu lassen. (APA/AP)

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