SAP räumt im Rechsstreit mit Oracle "unangemessene Downloads" ein

18. Juli 2007, 10:07
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Unternehmens-Chef Kagermann: "Bedauern diesen Vorfall sehr" - Kein Schaden für US-Geschäft erwartet

Der Softwarehersteller SAP hat in einer ersten Erwiderung auf die Klage des Erzrivalen Oracle wegen angeblicher Industriespionage "unangemessene Downloads" eingeräumt. Die Tochtergesellschaft TomorrowNow habe einige Fehlerbehebungen und Wartungsdokumente in "unangemessener" Weise heruntergeladen, teilte der deutsche Weltmarktführer für Unternehmenssoftware am Dienstag mit.

Kein Zugriff

Die Muttergesellschaft habe aber keinen Zugriff auf Downloads der Tochter TomorrowNow gehabt. SAP kündigte Veränderungen in der Aufsicht von TomorrowNow an und bekräftigte die Einhaltung von Kundenverträgen bei TomorrowNow. "Für mich ist selbst ein einziger unangemessener Download inakzeptabel und wir bedauern diesen Vorfall sehr", sagte SAP-Chef Henning Kagermann.

Vorlage

SAP werde nun mit dem US-Justizministerium zusammenarbeiten, das die Vorlage gewisser Dokumente verlangt habe. Zudem habe der Konzern das Management von TomorrowNow ausgetauscht, um die korrekte Unternehmensführung sicher zu stellen.

Schadenersatz

Oracle, der weltgrößte Anbieter von Datenbanken-Software, hatte SAP vor kurzem in einer mehr als 50-seitigen Klageschrift in Kalifornien unter anderem auf Schadenersatz, Unterlassung und Herausgabe zu Unrecht erlangter Gewinne verklagt. Der US-Konzern wirft SAP vor, der Anfang 2005 vom deutschen Konzern übernommene kleine US-Softwareanbieter TomorrowNow habe geistiges Eigentum gestohlen.

Wartung

TomorrowNow lädt nach Angaben von SAP häufig Wartungsmaterial von der Oracle-Website. Drittanbieter für Softwarewartung seien davon abhängig, dass die Kunden es ihrem Dienstleister erlaubten, mit Hilfe des Kunden-Passwortes auf Wartungsmaterial zuzugreifen, um so Wartung und Service für die Oracle-Anwendungen leisten zu können.

Prognose

Für sein US-Geschäft erwartet SAP keinen Schaden durch den Rechtsstreit mit Oracle. Das Programm zur Kundenabwerbung von Oracle (Safe Passage Programme) laufe zudem weiter, sagte Kagermann. Die Aktivitäten der US-Tochter TomorrowNow seien nur ein kleiner Teil des Safe Passage Programmes. Dazu, wie TomorrowNow unerlaubt Daten von Oracle herunter geladen hat, machte er keine Angaben. (APA/dpa/Reuters/AP)

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