Pjöngjang stellt Bedingungen für Atomreaktor-Abschaltung

14. Juli 2007, 20:55
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Als Gegenleistung vereinbarte Heizöl-Lieferungen gefordert

Washington - Nordkorea hat die bereits zugesagte Abschaltung seines umstrittenen Atomreaktors Yongbyon nach US-Angaben von neuen Bedingungen abhängig gemacht. Die Regierung in Pjöngjang habe Südkorea und die Internationale Atomenergie-Behörde IAEO informiert, dass es vor dem Reaktorstopp zumindest einen Teil der als Gegenleistung vereinbarten Heizöl-Lieferungen erhalten wolle, sagten US-Vertreter am Montag. Nach der Einigung auf die Schließung der Anlage in Yongbyon bei Verhandlungen im Februar hatte es von den USA dagegen geheißen, das Öl werde erst geliefert, wenn die Abschaltung des Reaktors tatsächlich überprüfbar stattfinde.

US-Unterhändler Christopher Hill hatte noch vergangene Woche gesagt, Nordkorea solle die Anlage vor der nächsten Runde der Sechs-Parteien-Gespräche über das Atomprogramm des kommunistischen Landes herunterfahren, die in der kommenden Woche erwartet wird. Bisher läuft die Anlage nach US-Angaben weiter, und es gibt keine Anzeichen für Vorbereitungen zu ihrer Abschaltung. Südkorea hatte am Wochenende angekündigt, die Öllieferungen in zwei Wochen zu beginnen und binnen zwanzig Tagen abzuschließen.

US-Vertreter bewerteten die neue nordkoreanische Forderung unterschiedlich. Ein Regierungsmitglied, das den Verhandlungen skeptisch gegenübersteht, bezeichnete sie als weiteren Beleg für die schlechten Absichten der Regierung in Pjöngjang. Andere Regierungsvertreter sagten, die Vereinbarung sei auf dem Weg der Umsetzung, und es werde keine größeren Verzögerungen bei der Abschaltung von Yongbyon geben. (APA/Reuters) {C0720A2A-6CD9-488A-9E16-2E18583AC786}

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