Vision der Vereinigung als Trumpf

5. Juli 2007, 01:44
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Das südkoreanische Pyeongchang geht als Favorit ins Rennen um die Winterspiele

Olympia würde zu Frieden und Harmonie zwischen den zwei Koreas beitragen, aber auch zum Frieden auf der Erde, lautet die Vision von Südkoreas Bewerber Pyeongchang. Im Mittelpunkt sollen die Sportler stehen, und die Spiele sollen den Aufschwung des Wintersports in ganz Asien ankurbeln. Seit Vorlage des Evaluierungsberichtes gilt Pyeongchang als Favorit.

Nordkorea hat bereits zugesagt, die Spiele zu unterstützen, sollte die Stadt im südlichen Teil der Halbinsel den Zuschlag erhalten. Im November 2006 haben die beiden Koreas eine Vereinbarung getroffen, die ein gemeinsames Team und gemeinsames Training vorsieht, sollte Pyeongchang den Zuschlag erhalten. Die südkoreanischen Bewerber lassen folglich auch keine Gelegenheit aus, auf die Chancen einer Wiedervereinigung durch Olympia hinzuweisen.

Kurze Wege

Wie bei den anderen Kandidaten auch, soll es in Pyeongchang zwei Cluster geben, wobei die Eis-Bewerbe in Gangneung (37 Kilometer von Pyeongchang entfernt) an der Ostküste direkt am Meer geplant sind. Die Schneebewerbe sind auf drei Orte aufgeteilt: Pyeongchang, Bokwang (44 Kilometer von Pyeongchang) und Jungbong (45 Kilometer). Alle Sportstätten seien von der Host City in maximal einer halben Stunde erreichbar, heißt es in der Bewerbung.

Der Großteil der Sportstätten existiert derzeit nur auf dem Papier. Erst vier der elf Austragungsstätten bestehen. So fehlen zwei Hockeyhallen, die Sprungschanzen, die Bobbahn und eine Abfahrtspiste.

Das koreanische Olympiabudget liegt größenmäßig zwischen Sotschi und Salzburg und beträgt in Summe 1257 Millionen US-Dollar. Einnahmenseitig sind - wie bei den anderen Kandidaten auch - der größte Posten die vom IOC garantierten 310 Millionen Dollar.

Die Bewerbung dürfte den koreanischen Elektronik-Riesen Samsung im Rücken haben, dessen Unternehmens-Chef Kun Hee Lee IOC-Mitglied ist. Mit einem geschätzten Vermögen von 6,6 Milliarden US-Dollar ist er laut Forbes Magazine der 82.-reichste Mensch der Welt. Samsung gehört zu den zwölf Top-Sponsoren der Olympia-Bewegung. "Wir haben bei Samsung nicht angefragt. Aber wenn wir Olympia bekommen, gehen wir von einer Unterstützung aus", meinte ein Mitglied der koreanischen Bewerbung.

Von der IOC-Evaluierungskommission bekam Pyeongchang Bestnoten. Beeindruckt zeigte sie sich von der Begeisterung der Bevölkerung, den kurzen Wegen und der starken Rückendeckung durch die Regierung. Im Bericht der Kommission wurde das Konzept als "exzellent" bezeichnet. Pyeongchang kam als einziger Kandidat praktisch ohne Kritik davon. (red, APA, DER STANDARD Printausgabe 3. Juli 2007)

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    Ansichtskarte aus Pyeongchang.

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