Die Aerodynamik eines Sechseinhalb-Meter-Vogels

8. Juli 2007, 13:30
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Forscher rekonstruierten, wie sich der ausgestorbene Argentavis magnificens in der Luft halten konnte

Chicago - Ein großer Körper stellt besondere aerodynamische Herausforderungen: Zwar war der prähistorische Riesenvogel Argentavis magnificens bei weitem nicht das größte flugfähige Tier - das war nach bisherigem Wissensstand der Flugsaurier Quetzalcoatlus mit einer Flügelspannweite von über zehn Metern -, doch hatte auch er einiges in die Luft zu hieven und dort zu halten: Der Vogel konnte mit einer Flügelspannweite von sechseinhalb Metern immerhin die Größe eines Leichtflugzeugs erreichen; 60 Kilogramm hätte er auf die Waage gebracht.

Forscher um den Geologen Sankar Chatterjee vom Museum der Texas Tech University nutzten ein Flugsimulationsprogramm, um die Bewegungen des riesenhaften Kondor-Verwandten, der an den Flügeln mit nicht besonders stark ausgeprägten Muskeln ausgestattet war, nachzuempfinden. Ihr Befund: Argentavis nutzte Aufwinde über seinem Verbreitungsgebiet, den südamerikanischen Anden, um kilometerweit durch die Luft zu gleiten. "Sobald er erst einmal in der Luft war, war das kein Problem mehr", erläuterte Chatterjee.

Im Gleitflug habe das Tier, das vor acht bis fünf Millionen Jahren im heutige Argentinien vorkam, gut 300 Kilometer zurücklegen und Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h erreichen können. Wie der heute in den Anden lebende Kondor nutzte der Argentavis magnificens den Forschern zufolge thermische Strömungen über den Anden und ihren Ausläufern, um aus der Luft nach Beute - in erster Linie wohl Aas - Ausschau zu halten. Um überhaupt abheben zu können, war der Riesenvogel der Studie zufolge wahrscheinlich auf Abhänge und günstige Winde angewiesen. (APA/red)

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