Tognum mit schwachem Börsendebüt

8. Juli 2007, 19:38
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Größter Börsengang seit dem Jahr 2000 - Dieselmotorenhersteller sieht gute Wachstumschancen

Frankfurt/Main - Der deutsche Dieselmotorenhersteller Tognum ist beim größten Börsengang seit sieben Jahr verhalten vom Aktienmarkt aufgenommen worden. Das Papier startete zum Ausgabepreis von 24 Euro und gab anschließend leicht nach. Am späten Nachmittag notierte die Aktie in einem insgesamt schwachen Umfeld bei 23,96 Euro.

Mit einem Emissionsvolumen von rund 2,07 Mrd. Euro war der Börsengang von Tognum mit der Kernmarke MTU der größte seit der Deutschen Post im Jahr 2000. Die Marktkapitalisierung von Tognum beträgt auf Basis des Eröffnungskurses 3,15 Mrd. Euro.

Tognum-Chef Volker Heuer zeigte sich zufrieden mit dem Debüt des Dieselherstellers am Aktienmarkt. Das Unternehmen sei sehr gut an der Börse gestartet, sagte Heuer der AP. Die Zukunft von Tognum beurteilte er zuversichtlich, er sehe deutliche Wachstumschancen für das Dieselmotorengeschäft. Auch im Bereich der dezentralen Energietechnik gebe es Wachstumspotenzial.

Der schwedische Finanzinvestor EQT hatte die Unternehmensgruppe MTU mit Sitz in Friedrichshafen Ende 2005 von DaimlerChrysler übernommen und jetzt an den Aktienmarkt gebracht. EQT will an dem Unternehmen weiterhin 20 Prozent der Anteile halten.

Preisspanne zwischen 22 und 26 Euro

Auf Grund des Börsengangs erwartet Tognum einen Mittelzufluss von brutto rund 268 Mio. Euro. Das Angebot umfasste rund 75 Millionen Aktien sowie weitere bis zu 11,25 Millionen aus einer Mehrzuteilungsoption. Die Preisspanne des Papiers betrug zwischen 22 und 26 Euro. Durch die vollständige Platzierung der Aktien inklusive der Mehrzuteilung liegt dem Unternehmen zufolge der Streubesitz bei rund 65 Prozent.

Auch die Mitarbeiter erwarben Aktien. Rund 3.100 Beschäftigte zeichneten rund 700.000 Anteilsscheine. Damit hatte rund die Hälfte der deutschen Belegschaft an dem Börsengang teilgenommen, der kurzfristig vergangene Woche für Aufregung gesorgt hatte. Das Unternehmen hatte den Anhang seines Börsenprospekts korrigieren müssen.

Tognum stellt hauptsächlich schnell laufende Großdieselmotoren für Schiffe und schwere Fahrzeuge sowie Energieanlagen an zwölf Produktionsstandorten her. Die Zentrale sitzt in Friedrichshafen am Bodensee. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 7.500 Mitarbeiter und hat 16 Tochtergesellschaften.

Am Stammsitz in Friedrichshafen will das Unternehmen im laufenden Jahr neue Stellen schaffen. Als Größenordnung nannte Heuer 100 bis 150 zusätzliche Arbeitsplätze. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Tognum ein um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund 310 Mio. Euro. In den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres erreichte die Gruppe einen Umsatz von rund 670 Mio. Euro und ein Ebit von 100 Mio. Euro. Alle Tochterunternehmen verzeichneten zwischen Jänner und März einen Anstieg beim Absatz, der besonders deutlich in der Motorensparte MTU Engines ausfiel. (APA/AP)

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