Formatstreit: Microsoft will eigene PDF-Alternative standardisieren lassen

3. September 2007, 13:51
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Für ECMA-Zertifizierung eingereicht - Kritik an mangelnder Offenheit und Auseinandersetzung mit Adobe

Der Formatstreit rund um Computer-Dokumente wird längst nicht mehr nur zwischen dem freien OpenDocument und Microsofts Office Open XML ausgetragen, auch einer anderen Front versuchen die Redmonder ihren eigenen Lösungen zum Durchbruch zu verhelfen. Mit der XML Paper Specification (XPS) hat man eine Alternative zu Adobes PDF-Format geschaffen, eine Alternative zu deren Erfolg nun auch eine Standardisierung beitragen soll.

Überprüfung

Entsprechend hat Microsoft bekanntgegeben, dass man XPS bei der Standardisierungsbehörde Ecma International zur Überprüfung eingereicht hat. Wie die Chancen von XPS für eine offizielle Absegnung sind, bleibt vorerst noch abzuwarten, die Behörde wird sich erst in rund einem Monat zum ersten Mal zu diesem Thema beraten.

ISO

Damit bekommt die Auseinandersetzung zwischen Adobe und Microsoft neue Nahrung, immerhin will auch der Acrobat-Hersteller sein Dokumentformat PDF zum ISO-Standard erklären lassen. Auch hat man bereits öffentlich Überlegungen angestellt, Microsoft wegen der fixen Integration von XPS in Windows Vista zu verklagen, immerhin würde dies einen unfairen Vorteil bedeuten.

Kritik

Wenig angetan von Microsofts Bemühungen zeigt sich auch die Open Source Community: So kritisiert etwa Andrew Updegrove, einer der Vorsitzenden der Linux Foundation, dass solche Vorgänge vollkommen inkompatibel mit den eigentlichen Aufgaben einer Standardisierungsbehörde sind.

Push

Der Softwarekonzern versuche die Ecma - wie schon bei OOXML - zur Durchsetzung eines nicht vollständig freien Formats zu instrumentalisieren. Komplizierter werde die Situation nur dadurch, dass ja auch Adobe nur einen Teil der PDF-Spezifikation freigegeben habe. (red)

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