Erster Platz für deutsch-österreichisches Team beim Europäischen Opernregie-Preis

10. Juli 2007, 19:18
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Johannes Gleim und Daniela Juckel erhalten 15.000 Euro Preisgeld für den ersten Platz - Katharina Thoma und Julia Müer auf zweitem Platz

Wiesbaden - Der deutsche Opernregisseur Johannes Gleim ist am Sonntag in Wiesbaden mit dem Europäischen Opernregie-Preis 2007 ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte die Leistung Gleims, der von den 91 Bewerbern aus 16 Ländern ein Sängerensemble am Besten zu führen wusste. Gleim und seine Bühnenbildnerin Daniela Juckel aus Wien setzten sich gegen vier Finalisten-Teams im Wettbewerb durch.

Der 29-Jährige und seine 30-jährige Mitstreiterin dürfen sich nun über die Hälfte der insgesamt 30.000 Euro Preisgeld freuen. Sie werden außerdem auf der internationalen Bühne der Opa Riga im Dezember 2008 eine Interpretation die Oper "Rusalka" von Antonin Dvorak präsentieren, die für den Wettbewerb inszeniert werden sollte.

Die weiteren Plätze

Das Team mit Katharina Thoma von der Oper Frankfurt und Julia Müer aus Dresden belegte den zweiten Platz. Dritter wurde der britische Regisseur Alessandro Talevi und seine Ausstatterin Madeleine Boyd. Besonders die gute praktische Interpretation des Siegerteams habe zur Entscheidung für Gleim und Juckel geführt, sagte Jurymitglied Hannelore Neumaier. Das Team habe Ideen zu den gefragten Szenen geliefert, die überraschend und neu für die Jury gewesen seien.

Die internationale Jury, bestehend aus Intendanten europäischer Opernhäuser und einer Publikumsvertreterin, hatte am Sonntag die Gelegenheit, die Arbeit der Bewerber vor Ort anzusehen. Sie stellten am Nachmittag ihre Konzepte gemeinsam mit Sängern der jungen Oper Rhein-Main vor. Diese direkte Möglichkeit der Bewertung war für die Intendanten besonders reizvoll, da so Varianten interessant wurden, die auf dem Papier nicht überzeugt hätten, sagte Jurymitglied Jochen Breiholz. Rund anderthalb Stunden konnte jedes Team die Vorschläge mit den Preisrichtern diskutieren.

Alle zwei Jahre richtet der Wiesbadener Verein Camerata Nuova und die "Opera Europa", ein Zusammenschluss von etwa 100 europäischen Opernhäusern, den Wettbewerb aus. Ziel der Opernfreunde ist es, die zeitgemäße Musiktheater-Regie und junge Talente zu fördern und somit die 400 Jahre alte Kunstform zu erhalten. Sie sehen die Förderung der Regisseure als besonders wichtig an, da sie "die komplexe und reiche Kunstform der Oper zum Leben erwecken", so Nicholas Snowman, Intendant der Straßburger Oper.

Der Europäische Opernregie-Preis dient als Sprungbrett für die jungen Gewinner: Viele Sieger der letzten Jahre arbeiten bereits weltweit erfolgreich als Regisseur, Bühnen- oder Kostümbildner für die großen internationalen Bühnen. (APA/red)

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