Industrie in der Euro-Zone schaltet höher

31. Juli 2007, 13:13
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Geschäfte der Industrie in der Euro-Zone liefen im Juni so gut wie lange nicht

Berlin - Die Geschäfte der Industrie in der Euro-Zone liefen im Juni so gut wie lange nicht. Der RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex kletterte auf 55,6 von 55,0 Punkten im Mai, wie das britische Forschungsinstitut NTC am Montag zu seiner Befragung von 3.000 Unternehmen mitteilte. Das war der erste Anstieg seit vier Monaten.

Er fiel noch etwas stärker aus als nach vorläufigen Berechnungen. Das Barometer hielt sich damit klar über der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird.

Die Unternehmen fuhren ihre Leistung nach oben, erhielten mehr Aufträge und stellten verstärkt ein. Der Produktionsindex erhöhte sich auf 56,8 von 56,1 Punkten im Mai. Damit fiel das durchschnittliche Wachstum im zweiten Quartal aber schwächer aus als zu Jahresbeginn und auch als 2006. Deutsche und spanische Firmen fuhren ihre Produktion stärker nach oben als zuletzt, während Franzosen und Italiener eine langsamere Gangart einschlugen. Besonders gut lief es bei den Herstellern von Investitionsgütern.

Die Bestellungen stiegen so stark wie seit drei Monaten nicht mehr. Der Teilindex kletterte auf 56,2 von 55,4 Zähler. Neben der höheren Exportnachfrage trug auch die stärkere Binnennachfrage dazu bei, besonders in Deutschland und Spanien.

Die Unternehmen schufen so viele neue Jobs wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. Auch hier lagen Deutschland und Spanien vorn, während sich in Frankreich und Italien der Stellenaufbau verlangsamte. Trotz steigender Belegschaft schafften es die Firmen nicht, ihren Auftragsbestand zu verringern. "Das deutet auf eine anhaltende Ausweitung der Produktion in den kommenden Monaten hin", hieß es. Der Teilindex für die Beschäftigung erhöhte sich auf 53,7 von 53,3 Punkten.

Engpässe bei Rohstoffen

Engpässe bei Rohstoffen sowie höhere Energiepreise ließen die Kosten der Unternehmen anziehen. Ihnen gelang es nicht, die gestiegenen Einkaufspreise in vollem Umfang an die Kunden weiterzugeben. Die Verkaufspreise stiegen so langsam wie seit Februar 2006 nicht mehr.

Auch die deutsche Industrie geht mit viel Schwung in den Sommer. Produktion, Aufträge und Beschäftigung zogen im Juni spürbar an. Dadurch stieg der NTC/BME-Einkaufsmanager auf 57,3 von 56,1 Punkten im Mai und zeigt ein beschleunigtes Wachstum der Branche an. Die Geschäfte der 500 befragten deutschen Unternehmen liefen damit besser als in den vier Monaten zuvor. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 56,4 Punkte gerechnet.

Wegen voller Auftragsbücher beschleunigten die Unternehmen ihre Produktion zum ersten Mal seit Jänner wieder, die Bestellungen nahmen noch einmal zu.

Wegen der vielen Neuaufträge und eines steigenden Auftragsbestandes stellten die Firmen viele Mitarbeiter ein. Der entsprechende Indikator stieg auf 55,1 von 54,6 Punkten. Er erreichte den höchsten Stand seit einem Jahr und ist damit nahe seinem Rekordhoch von 55,3 Zählern, das im August 2000 markiert wurde. (APA/Reuters)

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