Game-Aktien: Spielraum vorhanden

29. Juli 2007, 19:13
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Microsoft, Sony und Nintendo liefern sich mit ihren Spielkonsolen Xbox, Playstation 3 und Wii einen harten Konkurrenzkampf. An der Börse hat Nintendo Sony überholt

Wien - Der Spielkonsolenhersteller Nintendo hat aufgrund seines Erfolgs mit der neuen Konsole Wii seinen ewigen Konkurrenten, nämlich Sony, erstmals überholt. Und zwar am Kapitalmarkt.

An der Börse in Tokio erreichte die Nintendo-Aktie in der Vorwoche kurzzeitig ein Hoch von 46.350 Yen. Damit war das Unternehmen auf dem Papier in Summe 6,566 Billionen Yen (39,4 Milliarden Euro) wert, Sony hingegen nur 6,543 Billionen Yen (39,2 Milliarden Euro).

Differenzierung notwendig

Für Anleger heißt das aber nicht, dass mit den Aktien der Konsolenhersteller auch "spielend" Geld verdient werden kann. Im Konsolenbereich müsse man genau differenzieren, erklärt Christian Hinterwallner, Aktienanalyst bei der Raiffeisen Zentralbank (RZB). Während Spielkonsolen und Spiele bei Nintendo der Hauptgeschäftszweig sind, seien diese Bereiche bei den Mitbewerbern Microsoft und Sony jeweils nur ein Sektor.

"Die Aktie von Nintendo hat sich in den vergangenen Jahren beinahe vervierfacht", sagt Hinterwallner. Die Bewertung sei mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 36 bereits "ambitioniert". Nintendo habe in den vergangenen Jahren "viel Terrain gewonnen", dementsprechend vorsichtig müsse man daher beim investieren sein. Auf dem aktuellen Niveau könnten auch Gewinne mitgenommen werden.

Von Microsoft und Sony verspricht sich der Analyst durch die zusätzlichen Segmente wie etwa Software (Microsoft-Office-Paket), Handys (Sony) oder Kameras auch großes Wachstumspotenzial in anderen Bereichen als nur in der Konsolensparte.

Potenzial noch da

Die Aktien von Sony und Microsoft seien hingegen "attraktiv bewertet", Spielraum nach oben sei noch vorhanden.

Laut dem Marktforschungsinstitut Enterbrain verkaufte Nintendo seit dem Start der Wii im Dezember allein in Japan bis Ende Mai 2,49 Mio. Konsolen. Die Playstation 3 (PS3) von Sony dagegen wollten nur rund 928.000 Kunden haben. Auch in den USA hat Wii die Playstation und die Xbox (Microsoft) hinter sich gelassen. Mit Wii habe Nintendo ein neues Spielprinzip eingeführt: Die Spieler können mit einer Art Fernbedienung die Bewegungen der Figuren auf dem Bildschirm mit echten Bewegungen steuern. So können etwa Tennisspiele mit echten Aktionen vor dem Monitor simuliert werden. Deshalb komme Wii auch bei neuen Käuferschichten wie Frauen oder Familien an. PS3 und Xbox würden hingegen eher Männer ansprechen. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.7.2007)

  • Anleger sollten bei den Spiele-Aktien genau differenzieren.
    foto: standard/chart nintendo

    Anleger sollten bei den Spiele-Aktien genau differenzieren.

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