Peter Löscher wirbt um Vertrauen

25. Juli 2007, 14:26
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Der neue Siemens-Chef wirbt in einem Brief an die Mitarbeiter um deren Vertrauen, die Weltbank ermittelt wegen eines Projekts in Pakistan

München - Der neue Siemens-Chef Peter Löscher wirbt in einem Brief an die Mitarbeiter um deren Vertrauen. In dem Schreiben äußerte sich Löscher zuversichtlich, dass der Konzern "letztlich gestärkt" aus den Korruptionsaffären hervorgehen werde, schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

"Wir können mit Siemens noch erfolgreicher werden. Dazu müssen wir alle zusammenarbeiten", zitiert das Blatt den gebürtigen Österreicher Löscher, der sein Amt als Vorstandsvorsitzender und Nachfolger von Klaus Kleinfeld am Sonntag antrat.

Wie "Der Spiegel" berichtet, ermittelt nach den Affären um schwarze Kassen und bezahlte Betriebsräte nun auch die Washingtoner Weltbank in Washington gegen den Siemens-Konzern. Demnach war ein Ermittler bereits im Februar in die bayerische Landeshauptstadt gereist. In einem Gespräch mit Münchner Staatsanwälten, die seit November vergangenen Jahres mögliche Schmiergeldzahlungen des Konzerns in dreistelliger Millionenhöhe untersuchen, wollte der Fahnder aus Washington wissen, ob bei den bisherigen Ermittlungen auch Projekte der Weltbank eine Rolle spielten. Entsprechende Gespräche bestätigte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld.

Die Washingtoner Ermittler untersuchen unter anderem ein Kraftwerksprojekt in Pakistan, das Ende der 90er Jahre abgeschlossen wurde. Sie gehen dem Verdacht nach, ob die von der Weltbank mitfinanzierte und von Siemens gebaute und später mitbetriebene Anlage überhöht abgerechnet wurde. Es gehe dabei um einen dreistelligen Millionenbetrag. Siemens erklärt, schon 2004 habe sich ein ehemaliger Mitarbeiter mit Vorwürfen zu dem Projekt an das Unternehmen gewandt. Diese hätten sich damals nicht erhärtet. (dpa, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.7.2007)

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