Bericht über 20 enthauptete Leichen war falsch

3. Juli 2007, 15:30
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US-Militär: Aufständische bringen Falschinformationen in Umlauf, "um Vergeltungsschläge zu provozieren"

Bagdad - Die USA haben Medienberichte im Irak über den Fund von 20 enthaupteten Männern südlich von Bagdad dementiert. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass falsche Informationen von Aufständischen in Umlauf gebracht worden seien, um Vergeltungsschläge zu provozieren, teilte das US-Militär am Samstag mit. Untersuchungen von Vertretern der verbündeten Streitkräfte im Irak und des irakischen Innenministeriums hätten ergeben, dass an der fraglichen Stelle keine Opfer gefunden worden seien.

Der örtlichen Polizei, die den Fall am Donnerstag inoffiziell öffentlich gemacht hatte, sei ein Irrtum unterlaufen, hieß es. Den Angaben von Donnerstag zufolge sollten 20 verstümmelte Leichen in dem von Sunniten bewohnten Ort Salman Pak am Flussufer des Tigris gefunden worden sein. Alle Opfer trugen demzufolge Zivilkleidung und waren an Händen und Füßen gefesselt.

Es ist laut US-Militär eine verbreitete Taktik Aufständischer, absichtlich falsche Informationen an die Medien weiterzugeben, um die Gewalt in dem umkämpften Land weiter zu schüren. Enthauptungen wiederum sind eine verbreitete Taktik radikaler Sunniten-Gruppen im Irak. Allerdings werden nur selten so viele verstümmelte Leichen auf einmal entdeckt. (APA/Reuters)

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