Schmied kann sich Vorschule schon 2008 vorstellen

13. Juli 2007, 15:38
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Unterrichtsministerin vermisst bei ÖVP einheitliche Schullinie - ÖVP: Linksideologische Träumereien im Koalitionsabkommen nicht vorgesehen

Wien - Bildungsministerin Claudia Schmied würde, wenn es nach ihr ginge, mit der Vorschule schon 2008 starten. Es handle sich nämlich um ein "prioritäres" Thema, sagte Schmied am Samstag im Ö1-"Journal zu Gast". In Sachen Gesamtschule verwies sie auf eine IFES-Umfrage, wonach 77 Prozent eine solche Schule gut oder zumindest überlegenswert finden. Beim Koalitionspartner vermisst Schmied eine einheitliche Linie. Um gemeinsame Positionen auszumachen, brauche es aber klare Linien, so die Ministerin.

Die ÖVP reagierte postwendend per Aussendung: ÖVP-Bildungssprecher Fritz Neugebauer sprach in einer Aussendung eine "Warnung" an Bildungsministerin Claudia Schmied aus. Für Modellversuche zur Gesamtschule brauche man "unbedingt die Zustimmung der Erziehungsberechtigten sowie der Lehrer", forderte Neugebauer in einer Aussendung. Er begrüßte die "langsame Rückbesinnung" Schmieds auf das Koalitionsabkommen, merkte aber gleichzeitig an, dass darin "die Verwirklichung von linksideologischen Träumereien nicht vorgesehen" sei. Die Schüler dürften durch die Modellversuche nicht zu Pendlern über 60 km gemacht werden. Konkret verwies Neugebauer auf den Modellversuch Köflach, bei dem Schüler auf AHS-Schulformen in Graz, Knittelfeld und Judenburg ausweichen müssten.

"Bemüht, aber durchsetzungsschwach"

Der Grüne-Bildungssprecher Dieter Brosz attestierte Schmied, "in der Schulpolitik bemüht aber durchsetzungsschwach" zu agieren. "Wenn sich Schmied nicht gegen die bildungspolitische Blockade der ÖVP durchsetzt, wird sie als Ankündigungsministerin in Erinnerung bleiben", so Brosz. Als "schwach und inhaltlich daneben" bezeichnet BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz den heutigen Auftritt der Bildungsministerin. "Die unglaublichen Äußerungen von Schmied beweisen eindrucksvoll, dass die, als Banker sicher sehr versierte, Schmied sich in Sachen Bildung leider noch in der Unterstufe befindet", so Grosz. (APA)

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    Beim Koalitionspartner vermisst Schmied eine einheitliche Linie. Um gemeinsame Positionen auszumachen, brauche es aber klare Linien, so die Ministerin.

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