Hamas: Friedentruppe im Gazastreifen wird "mit Raketen und Granaten empfangen"

3. Juli 2007, 14:14
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Islamisten wollen keine ausländischen Streitkräfte tolerieren

Gaza - Die radikal-islamische Hamas hat einem vom palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas geforderten Einsatz internationaler Friedenstruppen im Gaza-Streifen eine Absage erteilt. Die Organisation drohte am Samstag, eine solche Truppe wie alle anderen "Besatzungsmächte" anzugreifen. Man werde nicht erlauben, dass ausländische Streitkräfte ihren Fuß in den Gaza-Streifen setzten, und werde sie "mit Raketen und Granaten empfangen", hieß es in einer Mitteilung.

"Wir betrachten diese Truppe als Besatzungstruppe, und wir werden sie mit Waffen bekämpfen", hieß es in einer am Samstag in Gaza veröffentlichten Erklärung der Essedin-al-Kassam-Brigaden, des bewaffneten Arms der radikal-islamischen Palästinenser-Organisation Hamas zu der Möglichkeit der Stationierung einer internationalen Friedenstruppe. Die internationale Gemeinschaft solle die Forderung nach einer internationalen Truppe im Gaza-Streifen zurückweisen, da diese "der palästinensischen Einheit schaden" könne. Man werde eine solche Truppe als "Besatzungsmacht" ansehen, erklärten die Kassam-Brigaden.

Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri erklärte unterdessen, Abbas' Weigerung, Gespräche mit seiner Organisation zu führen, sei "eine Unterwerfung unter israelische und amerikanische Befehle".

Die Hamas hatte am 15. Juni die Kontrolle im Gaza-Streifen übernommen, nachdem ihre Kämpfer die vom palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas und seiner Fatah kontrollierten Sicherheitskräfte vertrieben hatten. Die Machtübernahme der Hamas hatte zum Zerfall der palästinensischen Einheitsregierung geführt, die erst im März gebildet worden war. Abbas hatte daraufhin ein Notstandskabinett ernannt.

Abbas hatte sich am Freitag bei einem Besuch bei Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy in Paris für Neuwahlen im Gaza-Streifen unter dem Schutz einer internationalen Truppe ausgesprochen, um die Einheit der Palästinenser zu retten. Die Palästinenser brauchten nicht nur Sicherheit, sie brauchten vor allem Hoffnung, sagte Abbas. (APA/Reuters)

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