Cyber-Kriminelle waschen Geld über Online-Shops

3. September 2007, 13:26
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Hacker werden immer dreister - Der Schwarzmarkt im Internet breitet sich zunehmend aus

Cyber-Kriminelle agieren immer dreister. Aktuelle Untersuchungen von Panda Software Deutschland zeigen, wie offensichtlich und unverschämt die Hacker dabei ihre "heiße Ware" anbieten. Vielfach wird durch Phishing und Datendiebstahl gestohlenes Geld über Online-Shops sauber gewaschen. Auf verschiedenen Webseiten verkaufen die Kriminellen ganz offensichtlich Produkte wie Laptops, PDAs und Handys zu extrem billigen Preisen. Als Beispiel nennt Panda Software diese Internetadresse. Es sei nachweisbar, dass über solche Online-Shops Geldwäsche betrieben wird, heißt es seitens des Unternehmens.

Hintermänner

"Die Webseiten zu finden ist nicht das Problem, die Hintermänner zu entlarven, jedoch sehr schwierig. Die Betreiber gehen raffiniert vor. Oft werden die Homepages in Länder verlagert, in denen die Gesetzgebung keine klaren Richtlinien für derartige Straftaten vorsieht", erläutert Margarita Mitroussi, Presse und PR bei Panda Software. Sowohl die Verwaltung als auch der Verkauf der angebotenen Produkte werde wiederum über andere Länder gesteuert - ein sehr komplexes Geschäftsmodell also. Nutzer, die in solchen Online-Shops einkaufen, machen sich strafbar, auch wenn die Betreiber meist etwas anderes behaupten.

Alles offen

"Anwender, die auf solchen Seiten shoppen, wissen, dass es sich um zwielichtige Geschäfte handelt", sagt Mitroussi. So wird beispielsweise auf der integrierten FAQ-Seite von cardershop.org darauf hingewiesen, wie die günstigen Preise zustande kommen. Zu lesen ist dort: "Wir kaufen in westeuropäischen Internet-Shops mit gestohlenen Kreditkartendaten die Produkte ein und lassen sie nach Russland liefern. Unsere Kunden gehen kein Risiko ein, wenn sie bei uns kaufen." Dieser offene Umgang mit den gestohlenen Daten und illegalen Geschäftsmethoden ist laut Panda Software nicht nur irritierend, sondern zeigt auch, wie schwierig die strafrechtliche Verfolgung der Webseiten-Betreiber ist.

Gelockt

Die potenziellen Käufer werden mit verschiedenen Taktiken auf die betreffenden Seiten gelockt. Besonders gut funktioniert das Versenden von Spam-Mails, da dadurch eine sehr große Zahl an Nutzern auf der ganzen Welt gleichzeitig erreicht werden kann. Und immer noch gehen genügend Internetuser auf solche Angebote ein. "Die Malware-Dynamik ändert sich, das Internet ändert sich und auch die Art und Weise wie finanzielle Profite daraus gezogen werden. Der Schwarzmarkt breitet sich nun auch im Internet aus und es wird gewiss noch einen Anstieg geben", so Mitroussi. Das Interesse der Hacker bestehe nicht mehr darin, digitale Schädlinge massenhaft zu verbreiten. Die Viren-Autoren der neuesten Generation bevorzugten gezielte Angriffe auf definierte Ziele, um Profit daraus zu schlagen. (pte)

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