Hundert Tote bei Luftangriffen

3. Juli 2007, 17:30
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Behörden: 65 Zivilisten und 35 Taliban getötet - Bürgermeister: Frauen und Kinder unter den Opfern

Kabul - Bei Luftangriffen ausländischer Streitkräfte im Süden Afghanistans sind nach den jüngsten Angaben der lokalen Behörden 65 Zivilisten und 35 Taliban-Kämpfer getötet worden. Der Leiter der Behörden des Bezirks Gereschk in der Provinz Helmand, Dor Alishah, der zuvor von 30 getöteten Zivilisten gesprochen hatte, erhöhte seine Angaben am Samstagabend. Er berief sich auf amtliche Untersuchungen über die Folgen von Luftangriffen, die am Freitag geflogen wurden. Unter den Toten waren demnach auch Frauen und Kinder.

"Unsere Untersuchungen über die zivilen Opfer im Bezirk Gereschk zeigen bisher, dass 65 Zivilisten getötet wurden", sagte Alishah. An den Luftangriffen waren sowohl die US-geführte Koalition als auch die internationale Afghanistan-Truppe ISAF beteiligt, wie Koalitionssprecher Chris Belcher sagte.

In einer schriftlichen Erklärung bestätigte die Koalition, dass es unter den Opfern der Kämpfe "offenbar Zivilisten" gab. Angesichts zahlreicher ziviler Opfer der Kämpfe hatte der afghanische Präsident Hamid Karzai die Einsätze der ISAF und der Koalition vor kurzem scharf kritisiert. Diese seien vielfach "wahllos und ungenau". (APA)

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    Spital in Helmand: Die Taktik der US-geführten ISAF-Truppe, auf Taliban-Vorstöße mit Luftangriffen zu reagieren, führt immer wieder zu Opfern unter der Zivilbevölkerung.

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