Acht Tote bei Autobombenanschlag nördlich von Bagdad

3. Juli 2007, 15:30
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Ölpipeline südlich von Bagdad beschädigt - Fünf US-Soldaten getötet - Türkei hat detaillierte Invasionspläne

Bagdad - Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Militärstützpunkt nördlich von Bagdad sind am Freitag mindestens acht Menschen in den Tod gerissen worden. Unter den Opfern seien sechs irakische Soldaten und zwei Zivilpersonen, die bei einem anschließenden Gefecht getötet wurden, erklärte die Polizei. Der Attentäter hatte in Mishada nördlich der Hauptstadt einen mit Sprengstoff beladenen Lkw in die Luft gesprengt.

Südlich von Bagdad wurde ein Bombenanschlag auf eine Ölpipeline verübt. Nach Polizeiangaben löste die Explosion ein riesiges Feuer aus, Öl trat aus. Die Pipeline transportiert Rohöl von den Feldern im Süden des Landes zur Raffinerie in Dora. Der Anschlag ereignete am frühen Morgen in Haswa, 50 Kilometer südlich der Hauptstadt.

Bei einem Angriff auf eine Militärpatrouille ebenfalls im Süden Bagdads wurden fünf US-Soldaten getötet und sieben verletzt. Nach Angaben der US-Streitkräfte vom Freitag detonierte zunächst eine Bombe in der Nähe der Patrouille, anschließend gerieten die Soldaten unter Beschuss. Die Einheit der Soldaten war den Angaben zufolge am Donnerstag an Aktionen beteiligt, die die Gewalt in Bagdad eindämmen sollen.

Die britischen Streitkräfte teilten am Freitag mit, ihre zwei wichtigsten Stützpunkte seien in den vergangenen 24 Stunden unter Raketen- oder Granatenbeschuss geraten. Schäden oder Verletzte habe es bei den Angriffen in Basra nicht gegeben.

Der radikale schiitische Prediger Moktada al-Sadr verschob unterdessen einen ursprünglich für kommenden Donnerstag angekündigten Marsch seiner Anhänger zur Askariya-Moschee in Samarra. Mutmaßliche sunnitische Aufständische hatten Mitte Juni die beiden 30 Meter hohen Minarette der schiitischen Moschee gesprengt. Im Februar 2006 war bereits die Goldene Kuppel bei einem Anschlag zerstört worden. Sadr habe sich aus einer Reihe von Gründer zu der Verschiebung des Marschs entschlossen, erklärte einer seiner Berater in Kufa. Dazu zähle das Unvermögen der Regierung, die Marschroute zu sichern.

US-Präsident George W. Bush will Erfolge im Irak an der Situation in Israel messen. Der US-Einsatz im Irak habe nicht das Ziel, dort alle Anschläge und Angriffe zu beenden, sondern eine trotz der Gewalt stabile Demokratie aufzubauen, erklärte Bush am Donnerstag in Newport (Bundesstaat Rhode Island). In Israel würden bei Terroranschlägen zwar seit Jahren unschuldige Menschen in den Tod gerissen, aber es gebe ein funktionierendes demokratisches System, und die Regierung komme ihren Verpflichtungen nach, sagte Bush. "Und das ist ein guter Indikator für Erfolg, den wir im Irak suchen", meinte er auch in Richtung von Kritikern aus den Reihen seiner eigenen Republikanischen Partei. (APA/AP/Reuters)

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