Kasachstan engagiert Top-Anwälte

11. Juli 2007, 16:40
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Sollen Auslieferung des früheren Botschafters in Wien forcieren

Wien - Die Affäre rund um den abgesetzten kasachischen Botschafter in Wien, Rakhat Alijew, ist um eine bizarre Note reicher. Die Republik Kasachstan, die Alijews Auslieferung wegen der Entführung zweier Bankmanager verlangt, hat zwei österreichische Top-Anwälte engagiert.

Dabei handelt es sich um Richard Soyer, der unter anderem den suspendierten Wiener Landespolizeikommandanten Roland Horngacher und Ex-SK Sturm Graz Präsidenten Hannes Kartnig vertritt, und den Linzer Rechtsanwalt Wolfgang Moringer. Die beiden sollen offenbar die Auslieferung Alijews forcieren. Ungewöhnlich ist daran, dass die Anwälte im Auslieferungsverfahren keinerlei Anträge stellen können, da in diesem nur Staatsanwaltschaft und Alijew Partei sind.

Alijew war der Schwiegersohn des kasachischen Staatschefs Nursultan Nasarbajew und wurde Anfang Juni in Wien verhaftet, später aber gegen Kaution freigelassen. Dass sich Kasachstan zwei Anwälte nimmt, sei "absolut ungewöhnlich", heißt es auch bei der Staatsanwaltschaft Wien, wo diese Vorgangsweise als Präzedenzfall gilt.

Dass die Anwälte nur ihre guten Kontakte zur Justiz gegen Alijew nutzen sollen, weißt Moringer zurück: "Es geht nicht darum, etwas zu machen, das in den Nahbereich des Verbotenen geht." Sonst wollen die Anwälte vorerst nichts sagen. Kasachstan verlange Verschwiegenheit. ( András Szigetvari/DER STANDARD, Printausgabe, 30.6./1.7.2007)

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