Heß-Kundgebung in Bayern auch dieses Jahr wieder untersagt

7. Juli 2007, 16:29
2 Postings

Begründung der Behörden: Kundgebung dient dazu, die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft zu verherrlichen

Wunsiedel - Die Behörden im bayerischen Wunsiedel haben die für 18. August geplante Gedenkveranstaltung für den früheren Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß auch in diesem Jahr untersagt. Das Verbot gelte sowohl für die Versammlung unter dem Titel "Gedenken an Rudolf Heß" als auch für jede Form von Ersatzveranstaltungen, teilte die Behörde am Freitag mit.

Die Kundgebung diene dazu, die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft zu verherrlichen. Dies geschehe in einer die Würde der Opfer des NS-Regimes verletzten Art, heißt es zur Begründung des Verbots. Zuletzt hatten sich Neonazis 2004 in Wunsiedel versammelt.

Landrat Peter Seißer äußerte sich zuversichtlich, dass der Bescheid auch in diesem Jahr vor Gericht standhalten wird. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte ein Verbot aus dem Jahr 2005 bestätigt, die Revision beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig läuft noch.

Heß wurde nach seinem Selbstmord am 17. August 1987 in Wunsiedel in Oberfranken beerdigt. In den 90er Jahren pilgerten jährlich zu seinem Todestag mehrere hundert Rechtsextremisten an sein Grab. (APA/AP/dpa)

Share if you care.