Österreicher besitzen immer mehr Wertpapiere

23. Juli 2007, 14:39
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Im Laufe der Zeit haben Wertpapierveranlagungen und langfristige Strategien deutlich an Bedeutung gewonnen

Wien – Österreichische Privatanleger haben zum Ende des Jahres 2006 ein Finanzvermögen von 398 Milliarden Euro besessen. Das ist mehr als das Sechsfache des Jahres 1980. Nicht nur das Niveau der finanziellen Vermögenswerte des Haushaltssektors hat sich in den vergangenen 26 Jahren veränderte, auch die jeweilige Struktur.

Während im Jahr 1980 die Haushalte zu drei Viertel eher kurzfristige Veranlagungen, wie Bankeinlagen oder Bargeld besessen haben, bestand das Finanzvermögen zum Stichtag 31. Dezember 2006 nur mehr zur Hälfte aus diesen Finanzmitteln. Langfristig orientierte Veranlagungen haben hingegen deutlich an Gewicht gewonnen. Aktien, Beteiligungen und insbesondere Investmentzertifikate stiegen von einer de facto Bedeutungslosigkeit Anfang der Achtzigerjahre auf knapp ein Viertel des gesamten Finanzvermögens gegen Ende 2006. Ansprüche von Versicherungen und in Folge auch Ansprüche gegenüber betrieblichen und überbetrieblichen Pensionskassen haben sich von 13 Prozent – einem für das Jahr 1980 relativ hohen Anteil – auf ein Fünftel des gesamten Geldvermögens zum Jahresultimo 2006 erhöht.

Mehr Kredite

Private Haushalte (einschließlich der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck) hatten am 31. Dezember 1980 finanzielle Vermögenswerte im Wert von insgesamt 60 Milliarden Euro (822 Mrd. Schilling). Die Kreditverschuldung machte ziemlich genau die Hälfte des Geldvermögens aus. Zwischen 1980 und 2006 stieg das Finanzvermögen um 338 auf 398 Mrd. Euro und damit pro Kopf im Durchschnitt um 40.000 auf 47.900 Euro. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die Kreditverpflichtungen um 107 auf 137 Mrd. Euro. Das Geldvermögen und die Kredite wuchsen damit durchschnittlich pro Jahr schneller als die gesamte Wirtschaftsleistung Österreichs.

In welche Produkte veranlagt wird, sei vor allem von der wirtschaftlichen Situation und den Bedingungen auf den Finanzmärkten abhängig, wie die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erhoben hat. In Hochkonjunkturphasen mit steigendem Haushaltseinkommen wurde mehr gespart und damit auch mehr in finanzielle Vermögenswerte veranlagt, während bei schlechteren wirtschaftlichen Bedingungen tendenziell eher der Konsum stabil gehalten wurde und die Sparneigung zurück ging.

Konjunkturabhängig schwankte die Sparquote seit 1980 zwischen 7,3 Prozent und 13,7 Prozent. Im Vorjahr lag die Sparquote bei 9,8 Prozent. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.6./1.7.2007)

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