E-Card-Abrechnung: Ärztekammer droht WGKK mit "Klagswelle"

24. Juli 2007, 15:54
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Wegen nicht bezahlter Leistungen - Laut Kasse nur Abrechnungsprobleme einzelner Ärzte

Wien - Die Wiener Ärztekammer attackiert die Gebietskrankenkasse (WGKK) wegen Problemen mit der E-Card-Abrechnung. Vizepräsident Johannes Steinhart ortete am Freitag ein "Datenchaos" und drohte mit einer "Klagswelle". Ärzte würden verrechnete Leistungen im Wert von 500.000 Euro nicht ausbezahlt bekommen. Bei der Kasse gab man sich über die Wortwahl befremdet. Die Vorwürfe wies man zurück.

Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage kritisierte die Kammer die Kasse. Am vergangenen Montag hatte Steinhart von "verschluckten" E-Card-Patientenfällen gesprochen und der Kasse ein 14-tägiges Ultimatum gestellt. Sollte es bis dahin zu keiner Nachzahlung kommen, werde man den Ärzten raten, sich das Geld von den Patienten zurückzuholen. Heute, Freitag, kündigte er Unterstützung für jene Ärzte an, die sich zu einer Klage gegen die WGKK entschließen würden.

"Chaos aus dem Ruder"

Laut Ärztekammer geht es um 10.000 Patienten im 1. Quartal 2007. "Die WGKK muss ihre Probleme in den Griff bekommen, sonst läuft das Chaos komplett aus dem Ruder", so Steinhart.

"Wenn Ärzte falsche Abrechnungen bringen, ist es bedauerlich, dass uns vorgeworfen wird, dass irgendwelche Daten angeblich verschluckt werden", konterte Kassen-Sprecher Jan Pazourek gegenüber der APA die Kritik. Es gehe um einige wenige Vertragsärzte, die "traditionell in der Vergangenheit Probleme mit der Korrektheit der Abrechnung hatten". Insgesamt seien nur rund 8.000 von insgesamt 1,4 Mio. Fällen betroffen, das seien weniger als 0,6 Prozent.

"Gab es noch nie"

Mit den Patienten habe es jedenfalls nichts zu, wenn ein Arzt ein Abrechnungsproblem mit der Kasse habe. Und sich das Geld dort zurückzuholen, wäre jedenfalls vertragswidrig, so Pazourek: "So etwas gab es noch nie, und ich hoffe, dass es auch nicht dazu kommen wird."

Der Kassensprecher kann sich zwei Gründe für die Attacken der Kammer vorstellen. "Es gibt Grund zur Vermutung, dass hier ein bisschen ein Präludium für die kommenden Vertragsverhandlungen gespielt wird." Diese starten im Herbst. Möglich sei auch, dass die Ärzte am E-Card-Vertrag mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger rütteln wollten. In der Ärztekammer wies man dies auf APA-Anfrage zurück. (APA)

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