Kostenlose Rechtsberatung für Frauen im Spital

1. Juli 2007, 15:00
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Salzburg: Vernetzung der Beratungseinrichtungen im Interesse der Klientinnen

Eine Beratungslücke des nördlichen Flachgaus wird geschlossen: Das Büro für Frauenfragen und Chancengleichheit des Landes Salzburg bietet ab sofort monatliche Rechtsberatungstermine nun auch im Krankenhaus Oberndorf an. Alle Frauen können sich von der erfahrenen Juristin Mag.a Eva Heistracher zu den Bereichen Ehe, Lebensgemeinschaft, Scheidung und Unterhaltsrecht informieren.

Zum Auftakt des neuen Rechtsberatungsstandortes im Flachgau fand am 12. Juni ein Runder Tisch unter dem Motto "Selbst bestimmt und chancengleich" mit Beraterinnen und Vertreterinnen von psychosozialen Einrichtungen statt. Dabei standen die Lebenssituationen und Probleme der Flachgauerinnen im Mittelpunkt des gemeinsame Austauschs und der Vernetzung. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Peter Schröder berichtete Mag.a Eva Heistracher praxis-nah und aus ihrer jahrelangen Erfahrung, welche Probleme und Themen die Flachgauerinnen am intensivsten beschäftigen. Im Jahr 2006 haben 90 Frauen die juristische Beratung in diesem Bezirk in Anspruch genommen. Weitere Beratungsorte sind Straßwalchen und Neumarkt. Gewalt und zu wenig Wissen um die rechtlichen Konsequenzen jahrelanger Lebensgemeinschaft stellen für ihre Klientinnen derzeit die massivsten Probleme dar. Der rege Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen des Runden Tisches zeigte, dass ein Thema die Flachgauerinnen derzeit stark belastet, egal ob sie nun berufstätig oder Hausfrauen sind: Überlastung und Überforderung durch Betreuungspflichten. Ob es nun die allein erziehende, erwerbstätige Frau oder die pflegende Schwiegertochter am Bauernhof ist. Teilweise fehlen adäquate Kinderbetreuungseinrichtungen oder aber es besteht die Scheu, externe Unterstützung für die Pflege von Angehörigen anzunehmen.

Vielfältige Problemlagen

Der Wiedereinstieg in den Beruf ist für viele Frauen ein großes Problem. Hilfswerk-Regionalleiterin Mag.a Daniela Gutschi stellte eine neue Initiative vor: Das Hilfswerk bietet berufsbegleitende Aus-bildungen zur Haushilfe an, die wiederum für die Klientinnen von Ingrid Fritz, Frauenberatungsstelle Bürmoos, eine Möglichkeit der Qualifizierung darstellen. Mag.a Stefanie Zauchner-Mimra, Gesundheitspsychologin der Beratungsstelle KOKO, wies vor allem auf die fehlenden Freizeitangebote für ältere Frauen hin. Die Psychotherapeutin Dr.in Ulla Diltsch zeigte auf, dass mit der Möglichkeit eines Teilkrankenstandes vielen Frauen mit psychi-schen Problemen oder auch Beeinträchtigungen geholfen werden könnte: Die Arbeitnehmerinnen scheiden nicht ganz aus der Arbeitswelt aus, sie haben soziale Kontakte und ihr Selbstwert ist gestärkt. Davon profitieren auch die ArbeitgeberInnen. Bezirksbäuerin LAbg. Resi Fletschberger informierte über das Rechtsberatungsangebot für Bäuerinnen: Die Landwirtschaftskammer bietet diese auch in den Bezirken zu den teilweise sehr komplexen Themen rund um das bäuerliche Leben an. Vor allem bei Übergabeverträgen ist eine sorgfältige Prüfung und Abwägung vor jeder Entscheidung notwendig, denn da sind es meist die Schwiegertöchter, die dann zu "liebevoller" Pflege verpflichtet werden. Im Rahmen dieses ersten "Runden Tisches" wurden wertvolle Informationen ausgetauscht, die den Klientinnen der Beratungseinrichtungen zu Gute kommen. Darüber hinaus wurde vereinbart, diese Vernetzungsarbeit im Herbst 2007 fortzusetzen. (red)

Die Beratung ist vertraulich und kostenlos. Termine können unter der Telefonnummer 0662/88 07 23-10 (Montag bis Donnerstag 8 - 15.30 Uhr) vereinbart werden.

Link

Büro für Frauenfragen & Chancengleichheit des Landes Salzburg
  • Mag.a Martina Berthold, Dr.in Ulla Diltsch, Mag.a Daniela Gutschi, 
Bgm. Peter Schröder, LAbg. Resi Fletschberger, Mag.a Stefanie Zauchner-Mimra,
Mag.a Eva Heistracher, Renate Holzbauer, Ingrid Fritz (v.l.n.r)
    foto: büro für frauenfragen & chancengleichheit salzburg
    Mag.a Martina Berthold, Dr.in Ulla Diltsch, Mag.a Daniela Gutschi, Bgm. Peter Schröder, LAbg. Resi Fletschberger, Mag.a Stefanie Zauchner-Mimra, Mag.a Eva Heistracher, Renate Holzbauer, Ingrid Fritz (v.l.n.r)
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