Fünf Jahre nach Priesterinnen-Weihe: Exkommunikation als "Auszeichnung"

25. Juli 2007, 14:25
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"Menschen haben Vertrauen zu uns gefasst": Christine Mayr-Lumetzberger sieht mit neuem Papst "Karten neu gemischt"

Linz - Christine Mayr-Lumetzberger, die gemeinsam mit sechs anderen Frauen 2002 auf der Donau zur "Priesterin" geweiht worden war, hat am Freitag Bilanz über fünf "sehr anstrengende und auch sehr aufregende Jahre" gezogen. Der Aufwand von damals habe sich gelohnt, betonte Mayr-Lumetzberger, die mittlerweile als "Bischöfin" auftritt, im Gespräch mit dem ORF-Radio Oberösterreich: "Die Menschen haben Vertrauen zu uns gefasst."

Die Exkommunikation durch die Römisch-katholische Kirche sei eine "Beugestrafe, die in unserem wirklichen Leben nichts geändert hat". Sie sei zwar "nicht sehr glücklich" darüber gewesen, so Mayr-Lumetzberger, sprach aber gleichzeitig von einer "Auszeichnung": "Man muss ziemlich viel leisten, um so einen Strafzettel zu bekommen."

Karten neu gemischt

Auf die Frage, ob sie sich nach wie vor in einem Konflikt mit der Amtskirche befinde, erklärte Mayr-Lumetzberger, dass sie Provokationen vermeide. Mit Papst Benedikt XVI. seien die "Karten neu gemischt" worden. "Manche Dinge entwickeln sich sehr gut in der Kirche", betonte sie.

Sieben Frauen hatten im Juni 2002 auf einem Donauschiff von einem südamerikanischen Bischof die "Priesterweihe" empfangen. Die Kirche betonte schon im Vorfeld und bis heute, dass diese Weihe ungültig sei. Rom erklärte die Frauen schließlich für exkommuniziert. (APA)

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    Patricia Fersen, Gisela Forster, Genevieve Beney und Christine Mayr-Lumetzberger bei ihrer Weihe zu Priesterinnen. DIe Kirche reagierte mit Auschschluss.
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