Eisel träumt von einem Etappensieg

27. Juli 2007, 08:13
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Mit dem Briten Caven­dish gibt es allerdings einen superschnellen Kon­kur­renten im eigenen Rennstall

Wien - Bei der 94. Tour de France werden am 7. Juli in London drei österreichische Radprofis von der Startrampe des Prologs rollen. Debütant Bernhard Kohl und Peter Wrolich sind für Gerolsteiner dabei und am Freitag gab das Team T-Mobile sein Aufgebot mit Bernhard Eisel als einem der neun Fahrer bekannt. Der Steirer bestreitet wie Wrolich schon seine vierte Frankreich-Rundfahrt. der Eisel, Etappen-Dritter von Karlsruhe 2005, würde sich am liebsten als Tagessieger feiern lassen. "Seit ich ein Kind war, träume ich von einem Etappensieg bei der Tour."

Konkurrenz in den eigenen Reihen

Eisel ist neben dem Briten Mark Cavendish (22) der Mann für die Massensprints, soll aber auch in Fluchtgruppen seine Chance suchen. "Meine Form ist sehr gut und mit Mark verstehe ich mich perfekt", erklärte der 26-Jährige. Der schnellere Mann im Finale ist prinzipiell Cavendish, das ist auch für Eisel klar. "Er ist momentan endschneller, aber wenn es etwa einen Berg kurz vor dem Ziel gibt, verschießt er dort zu viele Körner. Wenn ich mich besser fühle, fährt er für mich", erklärte der Fünfte von Paris-Roubaix 2006.

Aldag: "Wir trauen ihm einiges zu"

Die Teamführung setzt große Stücke auf Eisel, auch wenn dieser sein Ticket erst vor drei Wochen mit den starken Auftritten bei den US-Rennen (zwei Siege und Gesamterfolg in der Rennserie) fixiert hat. "Er ist ein Mann für Tagessiege und hat auch bewiesen, dass er sich in den Dienst der Mannschaft stellen kann. Wir trauen ihm einiges zu", erklärte Rolf Aldag, der Sportliche Leiter des Teams T-Mobile.

Von der Staatsmeisterschaft nach London

Eisel wird am Sonntag in Judendorf-Straßengel als einziger der ÖRV-Tour-Teilnehmer an der Straßen-Staatsmeisterschaft teilnehmen und am Mittwoch nach London fliegen. "Es ist schön, für T-Mobile die Tour zu fahren, denn es ist wichtig, ein perfektes Team hinter sich zu haben", sagte Eisel. Den Radsport sieht er nach den Doping-Skandalen auf einem guten Weg. "Es wird gesäubert, wo es geht und nichts vertuscht. Denn wenn nichts getan wird, gibt es unseren Sport in einigen Jahren nicht mehr", betonte der WM-Elfte von Salzburg.

Ein Passus im Vertrag Eisels mit dem Team T-Mobile besagt, dass er im Falle eines positiven Dopingtests sein Jahresgehalt zurückzahlen muss. Daher hat er auch das von Weltverband und Tour-Organisatoren von den Teilnehmern geforderte Schriftstück ohne Zögern unterschrieben. "Die UCI kann jederzeit eine DNA-Probe von mir haben, kein Problem. Und ich werde nicht positiv getestet, also brauche ich auch nicht zu zahlen." Eisel gab an, heuer bereits drei Mal getestet worden zu sein.

 

Angeführt wird das Team T-Mobile bei der Tour vom Australier Michael Rogers. Der Vorjahrs-Zehnte und dreifache Zeitfahr-Weltmeister gilt als Mann für das Gesamtklassement, für Etappenerfolge könnten neben den Sprintern vor allem Kim Kirchen (LUX), Marcus Burghardt, Linus Gerdemann und Patrik Sinkewitz (alle GER) gut sein. (APA)

  • Bernhard Eisel posiert bei der Pressekonferenz im T-Mobile-Zentrum am Wiener Rennweg.
    foto: derstandard.at/hirner

    Bernhard Eisel posiert bei der Pressekonferenz im T-Mobile-Zentrum am Wiener Rennweg.

  • Mit dabei natürlich seine superleichte Rennmaschine.
    foto: derstandard.at/hirner

    Mit dabei natürlich seine superleichte Rennmaschine.

  • Frisch poliert und jederzeit einsatzbereit.
    foto: derstandard.at/hirner

    Frisch poliert und jederzeit einsatzbereit.

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