Brzeczek attackiert Wacker-Führung

12. Juli 2007, 12:50
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Scheidender polnischer Routinier hält sportliche Leitung der Innsbrucker für inkompetent: "Zeit, dass jemand etwas sagt"

Innsbruck - Als "Abrechnung" wollte Jerzy Brzeczek sein Pressegespräch am Freitag zum Abschied aus Tirol nicht sehen. Trotzdem will der Pole, der insgesamt siebeneinhalb Jahre in Innsbruck unter Vertrag stand und Tirol als zweite Heimat sieht, nicht einfach leise seine Zelte abbrechen. Brzeczek schoss sich auf die sportliche Führung beim FC Wacker Tirol, der ab Sonntag offiziell FC Wacker Innsbruck heißen wird, ein.

"Es ist an der Zeit, dass jemand einmal etwas laut sagt, was sich viele leise denken", sagte Brzeczek, "das Land Tirol muss hören, wo die Probleme liegen, damit der sportliche Absturz des Vereins in Zukunft gestoppt werden kann".

Brzeczek glaubt , dass der sportliche Abstieg der Tiroler, die heuer nur wegen der Turbulenzen um den GAK den Klassenerhalt schafften, mit dem Abgang von Alfred Hörtnagl als sportlicher Leiter im Sommer 2005 begann. "Wir wollten Druck ausüben, dass Ali zurückkommt. Wir haben immer gesagt, dass wir kein Vertrauen in den sportlichen Leiter Christian Ablinger und Manager Mario Weger haben. Die beiden bringen den Verein sportlich und finanziell nicht weiter." Von seiner Kritik nahm Brzeczek nur Obmann Gerhard Stocker aus.

Die Philosophie des Tiroler Weges sei gescheitert, sagte Brzecek, und verwies darauf, dass es nicht gelang, Hannes Eder (jetzt Rapid) oder das große Talent Clemens Walch, der jetzt bei Red Bull Salzburg spielt, in Innsbruck zu halten. "Dafür ist im Winter aber der Brasilianer Wellington verpflichtet worden, das ist ja wie Sozialhilfe", ärgert sich Brzeczek. Es fehlten Führungspersönlichkeiten. "Nach außen wird geredet, dass man starke Persönlichkeiten mit eigenem Charakter will", sagte der Pole, "aber intern ist es anders, da wird dann immer von der Familie gesprochen".

Verwundert zeigte sich Brzeczek auch, dass sein eigener Vertrag nicht mehr verlängert wurde. Das Argument, er sei zu alt, lässt der 35-Jährige nicht gelten: "Denn gleichzeitig wollte der Verein Michael Baur und Radoslaw Gilewicz zurückholen." Brezecek, der auch 44 Mal für das polnische Nationalteam spielte, kam 1995 nach Tirol. Nach Zwischenstationen beim LASK, Sturm Graz und Maccabi Haifa kehrte Brzeczek er 2004 nach Innsbruck zurück. Wo er nächste Saison spielen wird, will er noch nicht verraten. "Ich bin mir aber mit einem Verein einig", sagte Brzeckek.

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