Zum Erlaufen und Erfahren

    29. Juni 2007, 17:00
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    Mit und ohne Sessellift vom Erlaufsee auf die Gemeindealpe mit Blick auf den Wallfahrtsort und in die romantischen Ötschergräben

    Aus dem Tal nimmt sich der seit einiger Zeit von einem Fahrweg zerfurchte Gipfelhang der Gemeindealpe über dem Erlaufsee nicht gerade einladend aus, doch der Berg hat seine Meriten, die eine Tour lohnen. Vor allem die Rundsicht von seinem höchsten Punkt, in dessen Nähe das Terzerhaus steht, ist einfach überwältigend. Der Blick schweift bis zu den Gesäusebergen, zu Dürrenstein, Hochkar, Hochschwab, Veitsch und Tonion, zu Göller, Gippel, Rax und Schneeberg. Den Ötscher mit dem markanten Rauen Kamm hat man sozusagen direkt vor der Nase; nicht weniger beeindruckend erweist sich der Tiefblick auf den Erlaufsee, auf den Wallfahrtsort Mariazell und in die romantischen Ötschergräben.

    Da sich der Gipfelhang leicht mit der Sesselbahn „überwinden“ lässt, braucht man sich auch nicht lange über die Eingriffe in die Natur zu ärgern. Abseits der Pisten und Lifttrassen hat die Gemeindealpe ihre Ursprünglichkeit weit gehend behalten, zahlreiche – auch seltene – Alpenblumen erfreuen Auge und Herz, mit etwas Glück ist in diesem Bereich sogar ein Adler zu erspähen. Mit dem Ausgangspunkt Mitterbach ließe sich der gesamte Anstieg ersparen, doch muss man dann auf der Straße vom Erlaufsee zur Talstation der Sesselbahn marschieren, daher zahlt es sich aus, am Seeufer zu beginnen und per pedes die Mittelstation anzusteuern.

    Beim Abstieg passiert man die Grubenmauer, aus ihr wurde der Altarstein der Mariazeller Basilika gebrochen. Die Erlauf bildet sich dann aus mehreren kleinen Quellen etwas unterhalb.

    Die Route: Vom östlichen Ende des Erlaufsees wählt man den am Nordufer verlaufenden, rot markierten Weg, zweigt bald in den Hang hinein und gelangt nach eineinhalb Stunden zur Mittelstation der Sesselbahn. Mit dieser geht es dann auf das Gipfelplateau und zum Terzerhaus.

    Auf der Weitwanderroute 06 geht es auf einem Rücken hinab, dem man bis zum Eisernen Herrgott folgt. Nach einem Stück Forststraße hält man sich links, passiert die alte Engleitenalm und steigt steil zum Erlaufursprung ab. Durch den Steinbachgraben erreicht man den Talgrund und kehrt am Südufer des Erlaufsees zurück. Gehzeit ab Terzerhaus: 2½ bis 3 Stunden. (Bernd Orfer/Der Standard/Printausgabe/30.6./1.7.2007)

    Gesamtgehzeit: 4 bis 4½ h, Höhendifferenz im Aufstieg: 400 m, im Abstieg: 800 m. Sesselbahn im Juni und September am Wochenende in Betrieb, Juli und August durchgehend. Terzerhaus Juli bis September offen, bis 28. 10. an Wochenenden und Feiertagen. Bundesamtsk. 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 72 (Mariazell)
    • Der Erlaufsee bei Mitterbach.
      foto: österreich werbung / markowitsch

      Der Erlaufsee bei Mitterbach.

    • Oetschergraeben bei Mitterbach am Erlaufsee.
      foto: österreich werbung / diejun

      Oetschergraeben bei Mitterbach am Erlaufsee.

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